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Wenn unter Metalheads für Stimmung gesorgt ist

Ein junger Mann schlängelt sich durch den Pulk kuttentragender Männer und bunthaariger Personen mit Bandshirt, bleibt in den ersten Reihen stehen und schaut sich suchend um. „Dein Kumpel ist vor einer halben Stunde auf Toilette gegangen“, ruft es von hinten. Der Mann dreht sich um, schiebt sich in Richtung des Rufenden und beginnt ihm ein Ohr abzukauen. Er ist sichtlich betrunken, und dem, der gerufen hat, ist anzusehen, dass er die Kontaktaufnahme bereut.

Von der Bühne her lärmen Gitarren durch die Halle. Die Vorband beginnt ihr Set und der Trunkenbold fährt aus der Haut. Während sich die meisten der Metalheads hier die Kräfte für den Hauptact spart, schlägt er um sich, peitscht Umstehenden die Haare in die Gesichter und versucht, andere zum moshen zu animieren.

Köln-Mülheim

42.400 Ein­wohner*innen.

„Müllem“ ist die „multikulturelle Metropole“ der Schäl Sick, also ein rechtsrheinischer Stadtteil, dessen Name sich von den zahlreichen Mühlen ableitet, die hier einst am Strunderbach standen.

„Der nervt, den schicken wir nach vorne“, sagt einer und schon heben sie ihn in der Gruppe über ihre Köpfe und lassen ihn in Richtung der Bühne crowdsurfen. Dies erweist sich jedoch als Sisyphusaufgabe: Der Mann findet Spaß an der Sache und kommt immer wieder zurück. Ein ewiges Spiel entsteht. Der Sänger sieht das und lacht. „Wir wollen mehr Crowdsurfer“, ruft er. Mara Schaaf