: Wenn so besonders das Besondere gar nicht ist
Ferienwandertag mit meiner Mutter und den Teenagersöhnen. Knieschonend soll die Route sein für die eine, spektakulär für die anderen. Mir ist’s egal, Hauptsache niemand meckert und ich kann in Ruhe vor mich hinwandern.
Die Wahl fällt auf die Wanderung zur berühmten Krausen Buche. Während ich vor mich hinwandere, arbeiten sich meine woken Jungs am gar nicht mal so ausgeprägten Alltagsrassismus und Ableismus ihrer Großmutter ab. Ich wünschte, ich hätte Toffifee dabei, damit – wie in der Werbung – wieder Ruhe ist. Der Weg biegt ab, auf eine Lichtung. Hier soll sie stehen, die bestaunenswerte Krause Buche. Wir brauchen einen Moment, sie zu entdecken. Ein kleines Bäumchen nur, verzwirbelt krumm gewachsen. Kraus, das stimmt.
Eidinghauser Berg
257,6 Meter.
Über den Berg im Wiehengebirge in der Nähe von Bad Oeynhausen (Nordrhein-Westfalen) verlaufen etliche Wanderwege. Die Krause Buche befindet sich 700 Meter westlich des Gipfels.
Die Teenager sind enttäuscht. Wir machen Picknick, die Oma packt tatsächlich Toffifee aus. Ich überlege anzumerken, ob es nicht auch eine Art „-ismus“ ist, enttäuscht zu sein, wenn ein naturdenkmalwürdiger Baum gar nicht besonders toll und nicht besonders groß ist. Sondern nur besonders. Aber ich halte dann doch den Mund und nehme mir ein Toffifee. Ich wollte ja meine Ruhe haben. Sigrid Tinz
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen