: Wenn es den direkten Weg nach oben geht
Sagt ja niemand, dass Serpentinen elegant sind. Aber nützlich sind sie, wenn es so richtig steil wird im Gelände, wenn unten der See immer kleiner wird, wenn der Schatten des Waldes nachlässt, weil die Bäume weniger werden und die Mittagshitze herankriecht.
Klar, Serpentinen verlängern die Strecke erheblich, aber sie sind eine Wohltat für alle, die jetzt schon, nach nur einer Stunde, so langsam außer Atem geraten, deren Beine zu glühen beginnen, von den Schuhen, die nicht optimal auf den felsigen, von Gesteinsbrocken übersäten Weg abgestimmt sind, gar nicht zu reden. Ach.
Man könnte eine Pause machen. Ein Schluck aus der Flasche. Noch einer. Der See liegt da so schön, und der Ausblick oben soll herrllich sein. Das Karwendelgebirge! Die Zugspitze! Oben gibt es auch eine Hütte, mit Terrasse.
Also weiter den Berg hoch, immer in Serpentinen.
Herzogstand
1.731 Meter.
Den in den Bayerischen Voralpen gelegenen Berg ziert oben ein Aussichtspavillon. Der kürzeste Zustieg (AV-Weg 446) führt von Süden ab der Talstation der Seilbahn im Ort Walchensee zum Herzogstandhaus und weiter zum Gipfel. Mit einer Gehzeit von 2,5 Stunden ist zu rechnen.
Unten kommt noch jemand, mit Hut, mit Stock. Bei der nächsten Serpentine ist er schon näher, elastisch federt er nach oben. „Griaß euch!“ Es ist ein älterer Herr, gut über 70. Er hat die Abkürzung genommen, gerade hoch. Serpentinen? Nicht mit ihm. Daniel Wiese
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