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Wenn ein Berg gestürmt wird

Die Kampenwand heißt so, weil ihr gezackter Gipfel aussieht wie der Kamm eines Hahnes. Von oben geht der Blick weit in die österreichischen Alpen hinein, auf der anderen Seite bleibt er am bayerischen Chiemsee hängen – und an Soldat:innen.

Denn 40 kleine Menschlein in Flecktarn stapfen gerade über die Baumgrenze. Besonders bergsportlich wirkt das nicht. „Gebirgsjäger seid’s ihr keine, gell?“, fragt ein Wanderer spöttisch. „Früher mal“, schnauft ein Soldat, „heute bin ich ein Sesselfurzer.“ Und wo? „Bei der Sanak in München.“ Die Sanitäts-Akademie der Bundeswehr macht heute einen Ausflug.

Weiter unten an der Steinling-Alm liegen die Rucksäcke, in der Hütte sitzen bei Leberknödelsuppe und Cappuccino die Of­fi­zie­r:in­nen zusammen. Mit dem Jahrgang sind sie wohl nur bedingt zufrieden. „Bei der Intelligenz“, sagt eine Ausbilderin, „da lässt sich ja noch was entwickeln.“

Der General wäre gern dabei gewesen, sagt draußen eine Soldatin mit goldener Schulterschnur, sei aber verhindert. Im Tal witzeln sie beim Essen oft: „Wenn i mit meiner Wamp’n kannt’, gang i auf de Kampenwand.“

Kampenwand

1.669 Meter.

Oben am Berg lockt das größte Gipfelkreuz in den Bayerischen Alpen. Hoch geht es anstrengungsloser auch mit der Seilbahn.

Stefan Hunglinger

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