: Wenn an manchen einfach kein Vorbeikommen ist
Sonntagmorgen in Hönnepel. Meine Frau und ich gehen auf dem Deich am Rhein spazieren, es ist kalt, aber die Sonne scheint, und dort, wo sie uns berührt, wird es durchaus warm, auch wenn es doch noch Januar ist und der kalte Südwind uns nicht gerade einheizt.
Menschen, innig und konzentriert in ihren Gesprächen vertieft, kommen uns entgegen, sie grüßen kurz, gehen weiter. Andere mit Hund und Kegel, Harmonie ausstrahlend, gehen lächelnd an uns vorbei. Der Rhein reflektiert das blaue Licht des Himmels über uns – es ist so schön, so friedlich.
Ein zweistrahliges Flugzeug fliegt aus Richtung Niederlanden über uns in Richtung Süden. Rechts am Deich hat ein Maulwurf frische Hügel aufgeworfen. „Gute Anpflanzerde für meine Jungpflanzen im Garten“, bemerkt meine Frau.
Wir reden über das anstehende Jahr, über Wünsche, Gedanken, Gefühle.
Wir reden über unsere Kinder und wagen einen Blick nach vorne.
Hönnepel
900 Einwohner*innen.
Der dörfliche Ort ist Teil von Kalkar. Hier wohnte der als Bauer Maas bekannt gewordene Josef Maas. Der führte den Widerstand gegen das Kernkraftwerk Kalkar an, das letztlich nie in Betrieb ging.
Da überfällt uns Ernüchterung, denn das Gespräch kommt jetzt automatisch auf den Möchtegernautokraten Trump. Die Welt könnte so schön sein … Kurt Michelis
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