■ Kommentar: Wenn Behörden zu sehr bibbern
Der Streit um ruhigere Straßen hat eine neue Stufe erreicht: Erstmals streitet die Anwohnerin einer ganz „normalen“ Straße gegen den ganz „normalen“ Wahnsinn des Verkehrs. Rechts und links der Schwachhauser Heerstraße liegen nämlich keine Gewerbegebiete, die man vergessen hat rechtzeitig anzubinden — im Gegensatz zum Brüggeweg.
Die Straßenbehörde schlottert zu Recht: Wird der Klägerin rechtgegeben und der Verkehr vermindert, steht eine Flut von ähnlichen Anträgen ins Haus. Nun aber nur die Arme vor dem Bau zu verschränken und einfach immer nur „nein“ zu sagen, das ist bestenfalls Spielen auf Zeit.
Dabei wären hier durchaus kleine Lösungen möglich, ohne daß ein neuer Verkehrsplan für die gesamte Stadt aufgestellt oder die gesamte Schwachhauser Heerstraße gesperrt werden müßte: Wieso zum Beispiel müssen Schwerlaster, die gar nicht die Innenstadt anfahren, hier durchfahren, anstatt, wie vorgesehen, über Bremer Kreuz und Fly Over die Autobahnen zu wechseln? Daran ginge die Wirtschaft doch nicht zugrunde. Doch wer traut sich noch, wo die Einzelhändler schon wegen einer Baustelle verrückt spielen? Christine Holch
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen