Weltweite Reaktionen auf Obama: Hoffnung (fast) überall

Staatschefs in aller Welt setzen auf eine gute Zusammenarbeit und Freundschaft mit Barack Obama. Nur an den Börsen fallen die Kurse weiter.

Sarkozy hat's eilig: Er will mit Obama schließlich nichts weniger als die Welt retten. Bild: dpa

BERLIN dpa/ap/epd/taz Die ganze Welt freut sich über den neuen US-Präsidenten: Bundeskanzlerin Angela Merkel hofft auf eine bessere Zusammenarbeit, Frankreichs Präsident Nicolas Sarkozy will mit Obama sogar "die Welt verändern", Großbritanniens Premierminister Gordon Brown bot eine enge Kooperation an, Papst Benedikt XVI. will für Obama beten, und sogar der Iran hält eine Freundschaft mit den USA unter Obama für möglich.

Präsident Mahmud Ahmadinedschad sagte, falls der von Obama ausgerufene Wandel stattfinde und eine Annäherung auf Respekt und Freundschaft basiere, "würden wir das sehr begrüßen". Zugleich forderte Teheran eine Änderung der US-Nahostpolitik. Alle hofften, dass Obama mit gutem Willen und Dialog eine friedliche Lösung für alle betroffenen Parteien im Nahen Osten bringen könne, sagte Israels Präsident Schimon Peres. In Glückwunschtelegrammen äußerten die Staatschefs von Ägypten, Tunesien, Marokko und den Vereinigten Arabischen Emiraten ebenfalls die Hoffnung auf Fortschritte im Nahost-Friedensprozess mit Obama.

Auch Spanien erwartet bessere Beziehungen zu den USA. Seit Ministerpräsident José Louis Rodríguez Zapatero unmittelbar nach seinem Amtsantritt 2004 die spanischen Truppen aus dem Irak abgezogen hatte, hatte Obamas Vorgänger George W. Bush bilaterale Gespräche mit ihm stets abgelehnt. Zwischen Obama und Zapatero gebe es in der Innen- und Außenpolitik ein hohes Maß an Übereinstimmung, sagte der spanische Außenminister Miguel Angel Moratinos dem Sender Punto Radio. Zudem hoffe er, dass Obama das Kuba-Embargo aufhebe. "Die Hoffnung habe ich, aber dies wird nicht sofort geschehen." Auch der brasilianische Präsident Luiz Inácio Lula da Silva forderte die Aufhebung des Embargos. Der Staatschef des größten südamerikanischen Landes hofft zudem, die neue US-Regierung werde das Kioto-Protokoll zum Klimaschutz unterzeichnen, das die Industriestaaten zu einer Reduktion ihrer Treibhausgas-Emissionen verpflichtet.

Nur die Börsen blieben unbeeindruckt vom Machtwechsel im Weißen Haus: Die Kurse in Asien und Europa fielen weiter am Tag nach der Amtseinführung. Der Dow-Jones-Index an der Wall Street war zuvor um mehr als vier Prozent eingebrochen. Der Index der Technologie-Börse Nasdaq fiel sogar um knapp sechs Prozent. Der Deutsche Aktienindex DAX sackte in der ersten Handelsstunde am Mittwoch um 1,6 Prozent ab. Damit wurde ein großer Teil der Erholung wieder aufgezehrt, den die Börse vom 20. November bis 6. Januar erlebte.

Die Investoren seien der Ansicht, dass der neue Präsident kurzfristig wenig tun könne, sagte Kirby Daley von der Newedge Group in Hongkong. Obama hat in seiner Antrittsrede selbst auf die Risiken der Wertpapiermärkte hingewiesen, als er sagte, "dass der Markt ohne ein wachsames Auge außer Kontrolle geraten kann".

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de