Wasserqualität an Badeseen: Ungetrübte Badefreuden

Trotz hoher Temperaturen ist die Wasserqualität an Berlins und Brandenburgs Badestellen fast optimal. Erst ab August ist mit verstärkter Algenbildung zu rechnen.

Optimale Badebedingungen - für alle, die noch Platz im Wasser finden

Berlin ist nach Angabe des Landesamtes für Gesundheit die europäische Metropole mit den meisten sauberen Badegewässern. Auch die hohen Temperaturen der vergangenen Tage hätten der Qualität des Wassers bislang nichts anhaben können. Von den 41 regelmäßig getesteten Badestellen der Stadt verfügten 39 über eine hervorragende Wasserqualität, sagte Silvia Kostner vom Landesgesundheitsamt. Die restlichen zwei - das Freibad Jungfernheide und der südliche Abschnitt des Groß Gliennicker Sees - erhielten die Note "gut". Damit habe Berlin unter Europas Metropolen die meisten sauberen Badestellen, sagte Kostner mit Hinweis auf einen jüngst veröffentlichten EU-Bericht. Ähnlich gut ist die Qualität der 253 überwachten Badestellen in Brandenburg. Noch bis Dienstag soll das Wetter heiß bleiben.

Die Berliner Badegewässer würden alle zwei Wochen überprüft - und damit doppelt so häufig wie die EU in ihrer neuen Badegewässer-Richtlinie vorschreibt. Wer trotzdem Bedenken habe, könne sich im Internet informieren oder die Telefonhotline des Gesundheitsamtes anrufen. Dort werden aktuelle Warnungen durchgegeben.

"Die Berliner Badestellen bewahren normalerweise den ganzen Sommer über eine gute Wasserqualität", sagte Kostner. Das Hauptproblem seien die Algen, die sich spätestens im August großflächig ausbreiten. "Wenn es weiter so heiß bleibt, könnte es damit in diesem Jahr auch schon früher losgehen."

Bedenklich seien allerdings nur die Blaualgen, auf deren Absonderungen manche Menschen mit Hautreizungen oder bei Verschlucken mit Übelkeit und Durchfall reagieren. Ein besonderes Risiko bestehe für kleine Kinder. Für den Laien seien Blaualgen nicht immer leicht von den harmlosen Varianten zu unterscheiden. "Grundsätzlich gilt, wenn Schaumkronen und Schlieren auf dem Wasser schwimmen, ist das kein gutes Zeichen", erklärte Kostner und empfiehlt: "Wer auch zu einem späteren Zeitpunkt des Sommers sichergehen will, dass sein Badevergnügen ungetrübt bleibt, sucht am besten große Seen oder fließende Gewässer wie Dahme oder Havel auf."

Gar nicht ins Wasser gehen sollte man unmittelbar nach starken Regenfällen, warnte Kostner. Durch die Einspülung von Fäkalien und Müll könne sich die Wasserqualität kurzfristig extrem verschlechtern.

Ungetrübter Badespaß auch in Brandenburg: An den 253 überwachten Badestellen im Land ist die Wasserqualität gut bis sehr gut. "Es gibt keinerlei Beanstandungen", sagte die zuständige Referatsleiterin im Potsdamer Umweltministerium, Heidrun Seyfferle. Seit Anfang Mai würden die Gewässer regelmäßig untersucht. "Erfahrungsgemäß können erste Probleme mit Algen aber ab Ende Juli auftreten", meinte Seyfferle.

Nach hochsommerlichen Temperaturen kühlt Tief "Jordy" ab Mittwoch die Region Berlin und Brandenburg ab. Am Donnerstag kämen dann auch die langersehnten Schauer hinzu, sagte Meteorologe Jörg Riemann am Sonntag vom privaten Wetterdienst MC Wetter. Bis Dienstag bleibe es zunächst bei Temperaturen zwischen 28 und 30 Grad Celsius heiß und trocken. Doch dann folge definitiv ein Wetterumschwung, der auch länger anhalten werde. Mit Unwettern wie im Süden Deutschlands sei jedoch nicht zu rechnen, da die Niederschläge auf kühle und nicht auf subtropische Luft träfen. dpa

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