: Was war damals?
■ Räumung der Mainzer Straße
Berlin (taz) — „Hafenstraße des Ostens“, nannte man die Mainzer Straße in Berlin-Friedrichshain schon vor den Auseinandersetzungen mit der Polizei vor genau einem Jahr. Mehr als 300 Besetzer, darunter Autonome aus dem Westen, hatten dort zwölf leerstehende Häuser okkupiert. Nachdem sich am 12. November 1990 die Gerüchte über eine Räumung verdichteten, versuchten die Besetzer, die Mainzer Straße mit Barrikaden, Teerfässern, angezündeten Autos, Stacheldraht und Gräben zur „polizeifreien Zone“ zu machen. Anrückende Hundertschaften wurden mit Steinen und Mollis empfangen. Bis weit in die Morgenstunden des 13. November hinein zog sich die Schlacht zwischen Besetzern und Polizei. In den Morgenstunden des 14. November wurden 1.500 West-Polizisten zur Blitzräumung zusammengezogen. Sie feuerten drei Warnschüsse ab und nahmen über 300 Besetzer fest. Viele Menschen wurden verletzt. Berlins Regierender Bürgermeister Momper nannte die Besetzer „Mörder“ und hielt den Einsatz für „völlig berechtigt“. Die Alternative Liste war entsetzt. Am 15. November verließ die AL die rot-grüne Koalition — zwei Wochen vor den Wahlen in Berlin, die die schwarz-rote Koalition ans Ruder brachte. usche
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