Vuvuzela-Getröte war gestern. Für die WM in Brasilien gibt es ein neues Folterinstrument. Doof nur, dass die Caxirola bereits vor Turnierbeginn verboten wurde.
Was wäre eine WM ohne eigenes Lärminstrument? Eben. Keine gescheite WM. Darum gibt es in Brasilien eine offizielle Antwort auf die Vuvuzela: die Caxirola. Eine ziemlich schrottige Plastikrassel ist das, im Aussehen eine Mischung aus Teetasse und Handgranate.
Immerhin ist die Caxirola nicht ganz so laut wie die Vuvuzela. Laut einer Studie (!) braucht man 30.000 Rasseln, um den Lärmpegel einer einzigen Nervtröte zu erreichen. Trotzdem wurde sie bereits verboten. Pöbelnde Fans hatten die Caxirola kurzerhand zum Wurfgeschoss umfunktioniert.
Idiotisches zur WM
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dpa
Bild 2 von 20: Es wird immer schlimmer. Die Schland-Aktivisten kennen keine Gnade. Auch die wehrlosesten Geschöpfe müssen für die WM-Hysterie der Deutschen herhalten.
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Ulrich Würdemann
Bild 3 von 20: Meinem Gesicht fehlt die Balance. Über das Flaumstadium ist mein Schnauzer nie hinausgekommen. Dieses Ungleichgewicht zwischen den Ohren macht mich wahnsinnig. Die Lösung meines Problems: der Fan-Bart.
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taz
Bild 4 von 20: Die Frühe Adonislibelle (Pyrrhosoma nymphula) hat schwarze Beine, einen roten Rumpf und rot-gelbe Augen. Was hat sich die Evolution nur dabei gedacht?
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Ralf Melchert
Bild 5 von 20: Die Deutschlandküsse gehen äußerlich voll in die Offensive. Es wimmelt von schwarz-rot-goldenen Streuseln. Geschmacklich wissen die dickmachenden Dickmänner allerdings eher weniger zu begeistern. Die Schokolade fad, die Waffel labberig. Und die Füllung erinnert stark an den WM-Freistoßschaum.
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taz
Bild 6 von 20: Caipirinha trifft Bier - ein Getränk, so weit entfernt vom deutschen Reinheitsgebot wie Spanien vom WM-Finale. Wohl bekomm's!
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taz
Bild 7 von 20: Tätowierte Kicker tragen gern religiöse Motive auf ihrer Haut. Fans hingegen glauben an ihr Team. Wenn Fans aber die Halbwertszeit einer echten Tätowierung zu lang ist, sind Tattoo-Ärmel eine schmerzfreien Alternative. Zum Beispiel mit der Aufschrift: "Wir glauben an Euch." Praktisch dabei: Man kann den Glauben auch jederzeit wieder ablegen.
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Werbeprospekt
Bild 8 von 20: Kondome in den Deutschland-Farben: damit beim euphorisierten Schland-Kopulieren auch ja nichts schief geht. So wie bei der WM 2006, als es neun Monate später in Deutschland einen Baby-Boom zu verzeichnen gab.
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dpa
Bild 9 von 20: Die Caxirola ist die Nachfolgerin der Vuvuzela. Zwar ist sie wesentlich leiser, doch sorgte sie als Wurfgeschoss in Stadien trotzdem schon für Unmut. Auch wir meinen: Zum Wegwerfen!
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taz
Bild 10 von 20: Fußball-Aficionados wird's freuen: Eine Drogeriemarktkette bietet zur WM Klopapier mit aufgedruckten Fußbällen an. Damit man auch in sehr privaten Momenten nicht auf das Runde verzichten muss. Eignet sich aber genauso als Statement für Fußball-Gegner: Fußball ist für'n Arsch.
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Manuel Schubert
Bild 11 von 20: Schwarz-Rot-Gold von Kopf bis Fuß – die Schland-Socke macht's möglich. Im Gegensatz zu Autofahnen und Balkonbeflaggung kommt sie weitaus subtiler daher. Nur in bestimmten Situationen blitzt sie neckisch auf Knöchelhöhe auf. Wir begrüßen dieses modische Understatement nur bedingt.
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Manuel Schubert
Bild 12 von 20: Die Suchmaske von Google kommt regelmäßig im neuen Antlitz daher. Zum WM-Auftakt der DFB-Elf mit animierten Buchstaben in Schwarz-Rot-Gold und ganz viel „Schlaaaand“. Google, ein Fan, den kein Mensch braucht.
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Screenshot: google.de
Bild 13 von 20: Der Weltmeister-Kartoffelsalat aus dem Teutoburger Wald liefert dem deutschen Fußballfan eine gesunde Basis, um 90 Minuten auf dem heimischen Grillplatz zu bestehen.
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Screenshot: homann.de
Bild 14 von 20: Eine Sportsbar in Milwaukee baut eine Favela nach - irgendwie muss man die wenig fußballbegeisterten US-Amerikaner ja anlocken. Ob als Militärpolizisten verkleidete Kellner die Gäste realitätsgetreu mit Gummigeschossen malträtieren, ist nicht bekannt.
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Screenshot: onmilwaukee.com
Bild 15 von 20: Zum WM-Auftakt reden und schreiben alle über Fußball. Fast alle. Die taz tut nur so, als ob es um Fußball ginge. Es geht aber um Flüchtlingskinder und das Ganze in Kreisform.
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taz
Bild 16 von 20: Endlich wieder Weltmeisterbrötchen, die ihren Namen verdienen. Wären da nicht die Markenrechte der Fifa, die solche Teigwaren verbieten. Müssen wir in Zukunft also Laugenfußballfangebäck beim Bäcker bestellen?
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Screenshot cafe-future.net
Bild 17 von 20: Ein Kartoffelsalathersteller wirbt zur WM mit einer jungen Dame in sorbischer Tracht und Fähnchen. Nationalstolz und so: Wenn Fußball gespielt wird, dürfen auch wir Deutschen das.
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Marlene Halser
Bild 18 von 20: Mit Hashtags wie #ManuelsKoffer oder #allinornothing machen Unternehmen Twitter-PR – für die WM und für sich selbst. Bei so viel Social-Media-Müll hofft man, dass aus all diesem PR-Mist nichts wird. #Wunschtraum.
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Screenshot: Allianz
Bild 19 von 20: Landesflaggen haben zur WM Hochkonjunktur. Am Auto, am Fahrrad, am Kinderwagen – Hauptsache, es wedelt in Schwarz-Rot-Gold. Weil die Flaggen nicht groß genug sein können, gibt es in diesem Jahr sogar Gardinen in Nationalfarben.
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Screenshot: la-melle.de
Bild 20 von 20: Bei der WM 2010 in Südafrika sorgte die Vuvuzela für ohrenbetäubenden Lärm. Zur WM in Brasilien soll nun ein neues Instrument die Gehörgänge quälen: die „Combinho“. Das schwarz-rot-goldene Foltergerät ist eine Kombination aus Trommel, Rassel, Ratsche und Pfeife.
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Screenshot: youtube.de
Unser Test hat ergeben: Als Musikinstrument durchgefallen – ein jämmerliches Scheppern gibt das Ding von sich. Als Wurfgeschoss ungeeignet – viel zu leicht, außerdem bricht sie beim dritten Wurf auseinander.
Verboten gehört sie dennoch, die ringförmigen Griffe eignen sich hervorragend als Schlagring. Wobei: Man stelle sich mal einen bierwanstigen Hooligan mit so einer Rassel in der Hand vor. Fast schon niedlich.
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