WM-Qualifikation: Schweizer gewinnen griechisch

Ottmar Hitzfeld ist nach dem 2:1 seiner Schweizer Nati zurück im Rennen um die WM-Qualifikation. Otto Rehhagels Griechen scheiterten grandios mit ihrer neuen Offensivtaktik.

Lässt dicht machen und gewinnt: Hitzfeld mit seinen jubelnden Schweizern. Bild: dpa

PIRÄUS taz Die Schweizer spielten ganz griechisch und die Griechen ziemlich offensiv. Der ungewöhnliche Tausch der Spielsysteme, der am späten Mittwochabend im Karaiskaki-Stadion von Piräus zu beobachten war, bekam dem Team von Ottmar Hitzfeld allerdings bedeutend besser. Mit 2:1 gewann die Schweizer Nationalmannschaft das WM-Qualifikationsmatch bei Otto Rehhagels Griechen.

Das hat die Gruppe 2 richtig spannend gemacht. Griechenland, Israel und die Schweiz trennt jeweils nur 1 Punkt. "Wir kamen in dem festen Glauben, dass man in Griechenland gewinnen kann, und das ist uns dann auch gelungen", erklärte Ottmar Hitzfeld. Der 59-Jährige hatte auf eine Art Schweizer Variante der von Otto Rehhagel erfundenen "kontrollierten Offensive" gesetzt. Die Schweizer fügten mit dieser streng defensiven Spielausrichtung den Griechen die erste Niederlage in der WM-Qualifikation zu.

Es war das 20. Aufeinandertreffen von Otto und Ottmar an diesem lauen Spätsommerabend. Das letzte Treffen im März 2000 - Hitzfeld trainierte die Bayern, Rehhagel Kaiserslautern - endete 2:2. Achteinhalb Jahre später fanden sich die beiden wieder. Rehhagel setzte bereits zum dritten Mal auf sein neues 3-4-3-System. Rehhagel hat sich nach dem blamablen Auftreten bei der letzten EM von seinem Defensivdogma verabschiedet.

Auch gegen die Schweiz ließ er mit drei Spitzen beginnen. Neben Jorgos Samaras versuchten sich Fanis Gekas von Bayer Leverkusen und Zweitligastürmer Angelos Charisteas am dichten Schweizer Abwehrriegel. Doch erst nach zwanzig Minuten gelang es den Griechen, einen ernsthaften Schuss auf das Schweizer Tor zu platzieren. Basinas scheiterte jedoch am Schweizer Keeper Diego Benaglio.

In der Folgezeit bestimmten die Griechen das Spiel, erhielten aber etwas überraschend ihren ersten Gegentreffer in dieser WM-Qualifikation. Nach Foul an Behrani verwandelte der Dortmunder Alexander Frei in der 41. Minute einen Strafstoß zur Gästeführung in einem bis dahin sehr niveauarmen Match.

In der zweiten Halbzeit drängten die Griechen. "Vielleicht haben wir einfach zu offensiv gespielt." Otto Rehhagel war nach dem Spiel sichtlich angeschlagen. So stürmisch hatte man die Hellenen in den sieben Rehhageljahren nur selten gesehen. Der verdiente Lohn der unaufhörlichen Angriffsbemühungen war in der 68. Minute der vierte Treffer von Angelos Charisteas im vierten WM-Qualifikationsspiel.

Die Schweizer ließen nach dem Ausgleich nicht von ihrer defensiven Spielausrichtung ab und spekulierten weiter auf ihre raren Torchancen. Die größte nutzte schließlich Blaise Nkufo. Mit seiner ersten Ballberührung setzte der eingewechselte Hakan Yakin den Torjäger gekonnt ein. "Wir haben die Gegentore immer zum falschen Zeitpunkt erhalten", klagte Otto Rehhagel nach dem Match. Für Hitzfeld war es der Abschluss einer "sehr schönen Woche", die mit einem Heimerfolg gegen Lettland am vergangenen Samstag begonnen hatte.

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