: Vier Mann und keine Alice
■ Alice Donut leicht zollgeschädigt im Schlachthof
Der dritte Besuch von Alice Donut in Bremen stand unter keinem guten Stern. Auf dem Weg von Skandinavien wurde das komplette Band-Merchandising vom Zoll beschlagnahmt. Aber dank der hilfsbereiten „Heft“-Leute aus Hamburg, konnte das Bremer Publikum dann doch noch Platten und T-Shirts nach Hause tragen. Vor den skurilen New Yorkern crossoverten sich aber erst die Düsseldorfer Monkeys With Tools in die Köpfe der BremerInnen. Der leicht asymmetrischen Frisur des Sängers schenkte man zwar mehr Aufmerksamkeit als dem musikalischen Geschehen, aber mit dem hanseatischen Klima hatten schon ganz andere Bands ihre Probleme. Thatcher On Acid hatten es als zweite Band auch nicht leichter. Wippende Füße und höflichen Applaus dürfen die Londoner in Bremen allerdings als Zeichen mittelschwerer Entzückung werten. Den Headlinern zollte man dann natürlich wesentlich mehr Tribut. Alice Donut kamen mit neuer LP, neuer Bassistin und diesmal ohne ihre farbverschmierten Malerjoppen. Auf die abgedrehten Songstrukturen und Posaunentöne der Donuts hatte man sich eingestellt und gefreut. Eine Vorgruppe mit ähnlich genial quergelegten Songs hätte man kühl unbeachtet gelassen, aber die „verrückten“ New Yorker kennt man ja schon von zwei Wehrschloß-Konzerten. Naja, wenn alle sie schon gekannt hätten, wäre allerdings nicht dauernd die Frage aufgekommen, warum sich eine Band nach der Bassistin benennt. StErn
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