Lieber Enzo Aduro,
Deine Argumentation ist etwas kurzsichtig.
Es soll versöhnender klingen auf "anonymen" Konzernen rumzuhacken, aber beim noch viel anonymeren Kunden ist Kritik angebracht?
Der böse böse Kunde ist natürlich schuld, lasst ihn uns einsperren!
Dieselbe kurz gedachte Argumentation findet man bei der Standardverteidigung von Waffenkonzernen, nach dem Motto "Die wirklich bösen Leute sind diejenigen, die die Waffen benutzen."
Einem Kleinkind kann man klarmachen, dass Waffen nur jemand herstellt, der sie verkaufen will und dabei bewusst die Benutzung billigend in Kauf nimmt. Derselbe Sachverhalt findet sich bei spritfressenden Automonstern.
"Der Kunde" mag vielleicht unverantwortlich handeln, aber dann liegt es gerade in der Verantwortung jedes großen, mächtigen Konzerns, dem entgegenzuwirken, indem die Autos mit großen Emissionen einfach nicht entwickelt werden!
Das "Es war schon immer so und wird auch immer so bleiben"-Denken, das einen jetzt zur unsinnigen Annahme, jeder Autokonzern würde unter dieser Prämisse sofort wirtschaftlich in die Knie gehen, verleitet, ist das Denken, das einen an technischen Innovationen hindert.
Wenn VW einen tollen kleinen sparsamen Wagen entwickelt, dann ist es nur logisch, eins drauf zu legen und einen tollen großen sparsamen Wagen zu entwickeln!
Aber bisher - und da hast Du dich von den eigentlich recht durchschaubaren Marketingtricks reinlegen lassen - sind die kleinen sparsamen Wagen nur Alibimodelle geblieben.
Wenn sich das ändert, ist ein Fortschritt erzielt worden, und den muss zuerst VW bewirken, danach erst "der Kunde".
Und nein, natürlich will Greenpeace nicht GM & Chrysler in Schutz nehmen, was für ein Unsinn. Greenpeace will VW dazu bringen, nicht nur zu Gackern, sondern auch Eier zu legen.
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