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Vertrauen statt Kriminalisierung

■ Kritik an der Berichterstattung der Medien zu Vietnamesen

„Wir Vietnamesen in Berlin leben ganz normal: Wir arbeiten und wir zahlen Steuern, uns in die Nähe von Straftätern zu rücken ist kein fairer Umgang“, so A Butter vom Verein Ausländischer MitbürgerInnen gestern auf einer Pressekonferenz der Ausländerbeauftragten Barbara John zur Situation der Vietnamesen in Berlin. Die Berichterstattung sei einseitig, „Kriminalität gibt es überall, auch unter Deutschen.“

Auch andere Vertreter vietnamesischer Vereine übten Medienkritik. Die Berichterstattung habe dazu geführt, daß die Deutschen den Vietnamesen mißtrauisch gegenüberstünden. Seit den Morden unter Zigarettenhändlern gebe es eine Flaute in den von Vietnamesen geführten Geschäften, auch die Schwierigkeiten bei der Wohnungssuche nehmen zu, sagte Nguyen van Huong, ein Mitarbeiter der Ausländerbeauftragten. Ohne Nachweis einer Wohnung oder Arbeit werden die Aufenthaltsberechtigungen jedoch nicht verlängert, was die Lebenssituation der ehemaligen Vertragsarbeiter sehr schwierig mache. Diese Unsicherheit werde auch von Arbeitgebern ausgenutzt, indem sie Vietnamesen nur kurzfristige Arbeitsverhältnisse anböten. „In dieser Situation brauchen die hier lebenden Vietnamesen unser Vertrauen und unsere Unterstützung“, appellierte Frau John an die Öffentlichkeit, „sie leben seit Jahren hier und sind Teil der Stadt.“ Tobias Rapp

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