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Verkehrssenator Haase sperrt taz-Redakteur aus

■ Sprecher Spahn: Wenn Sie berichten, kriegen wir einen rüber/ Kollegen düpiert

Berlin. Merkwürdige Pressepolitik – die Verkehrsverwaltung sperrt bestimmte Journalisten und Medien bei Hintergrundgesprächen aus. Als gestern der taz-Reporter an einem solchem kurzfristig anberaumtem Gespräch teilnehmen wollte, wurde ihm der Zutritt zum Veranstaltungsraum verwehrt. Nach einem Gespräch im Gang setzte ihn Sprecher Tomas Spahn vor die Tür des Haaseschen Amtszimmers. Seine Begründung: Die taz sei nicht eingeladen.

Zu der Runde mit Verkehrssenator Herwig Haase (CDU) waren fast alle Berliner Medien – darunter Morgenpost, Tagesspiegel, Berliner Zeitung, BZ, SFB – eingeladen. Zuvor hatte Spahn in einem Telefonat begründet, warum der taz der Termin verschwiegen worden war: „Wenn mir täglich jemand seinen Mülleimer in den Garten schüttet, dann lade ich ihn nicht zum Gespräch ein.“ Die Pressepolitik von Haases neuem Sprecher, der seit vier Wochen im Amt ist, richtet sich offenbar nicht nur gegen die taz. Wie der Rathausreporter vom Berliner Kurier, Martin Lutz, gestern schilderte, habe Spahn bei seiner Redaktion darauf gedrängt, jeden anderen zu schicken – nur nicht Lutz. Dieser sei als „Gegner von Haase“ bekannt. Lutz durfte trotzdem an dem Gespräch teilnehmen.

Gegenüber dem Verkehrssenator beschwerten sich die anwesenden 17 Journalisten über die Vorgehensweise seines Sprechers. Nach Auskunft einer anwesenden Redakteurin habe Haase den Zwischenfall bedauert. Die Auswahl der Journalisten begründete der Senator damit, daß es sich nicht um eine Pressekonferenz, sondern um ein Hintergrundgespräch handele. Spahn hatte im Telefongespräch darauf verwiesen, daß dem Senator freistehe, die Journalisten einzuladen, mit denen er glaube, Gespräche führen zu können. Dazu gehöre die taz nicht. Er gehe davon aus, daß die taz kein Interesse an Haases Kritik gegenüber den jüngsten Äußerungen des SPD-Fraktionsvorsitzenden Ditmar Staffelt habe. Er warf der taz vor, Lobbyismus für die SPD zu betreiben: „Wenn wir etwas sagen, kriege ich von Ihnen einen dummen Nachsatz hintendran, daß der Haase ein Trottel ist.“ Spahn kritisierte die Berichterstattung der taz der vergangenen Wochen. Er habe sich immer bemüht, Informationen wahrheitsgetreu weiterzugeben, doch die taz habe die Tatsachen so umgedreht, „daß wir wieder einen rübergekriegt haben“.

Schon vor Monaten hatte die Lokalredaktion sich bei Spahns Vorgängerin Uta-Micaela Dürig beschwert, von Pressegesprächen systematisch ausgeschlossen zu werden. Dürig hatte damals versprochen, „eine Lösung zu finden“. Weiland/Wildt

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