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Verkabelung in Ost und West

■ Straßburg unterzeichnet Vertrag zur Verkabelung / 1.000 Abonnenten in diesem Jahr erwartet / Möglicherweise bald Kabelfernsehen in Polen

Straßburg/Warschau (dpa/afp) Der Straßburger Bürgermeister Marcel Rudloff hat am Dienstag grünes Licht für die Verkabelung der Elsaß-Metropole gegeben. Er unterzeichnete einen Vertrag mit dem französischen Staatsunternehmen Communication-Developpement, der ein gemischtes Netz aus Glasfaser und Koaxial-Kabel mit insgesamt 45 Kanalen vorsieht. Dem Vertrag zufolge soll mit den Arbeiten im kommenden Monat begonnen werden, die ersten Anschlüsse sollen spätestens Oktober zur Verfügung stehen.

Bis Ende des Jahres hofft Communication-Developpement, die ersten 1.000 Abonnenten gewonnen zu haben. Diesen werden dann - gegen eine monatliche Gebühr von umgerechnet knapp 30 Mark und einmaligen Anschlußkosten von etwa 150 Mark - 17 Fernsehprogramme in französischer, deutscher, italienischer und englischer Sprache sowie 20 UKW-Radioprogramme zur Verfügung stehen.

Die Kosten für das Projekt werden sich nach heutiger Veranschlagung auf rund 95,5 Millionen Mark belaufen. Damit das Vorhaben rentabel werden kann, müßten nach Einschätzung der Kabelgesellschaft im Großraum Straßburg mit seinen 400.000 Einwohnern rund 100.000 Anschlüsse zur Verfügung gestellt werden. Über die langfristig erwarteten Abonnentenzahlen machte das Unternehmen keine Angaben.

In den bereits verkabelten französischen Städten konnten bisher kaum mehr als zehn Prozent der potentiellen Kunden als Abonnenten gewonnen werden. Diese Rate leigt weit unterhalb der Rentabilitätsgrenze.

Auch die Bewohner von Krakau und Warschau werden möglicherweise bald die Möglichkeit haben, über Kabelfernsehen zahlreiche westliche Fernsehprogramme zu empfangen. Wie polnische Zeitungen berichteten, haben die Stadtpräsidenten von Krakau und Warschau, die polnische Post, das Rundfunk- und Fernsehkomitee, sowie einige Privatfirmen und der amerikanische Bürger William Sinkunas aus Pasadena eine Absichtserklärung unterzeichnet, eine Kabelfernseh-GmbH zu gründen.

Wenn diese Firma genehmigt und registriert wird, soll innerhalb von 48 Monaten in Krakau und 60 Monaten in Warschau ein Kabelsystem gebaut werden, über das die Abonnenten 19 Fernsehprogramme empfangen können, darunter mehrere amerikanische und britische, ein französisches, ein italienisches und ein in der Bundesrepublik ausgestrahltes deutsches Programm. Die Kosten für die Abonnenten richten sich nach deren Programmwünschen.

Sie sollen nach diesen Berichten den Gegenwert von 15 bis 25 Dollar für die Installation und 6 bis 8,50 Dollar in Devisen als monatliche Abonnementsgebühren betragen. Andere Städte könnten sich der neuen Firma anschließen. Nach Angaben der Nachrichtenagentur PAP werden die Kosten für das Kabelnetz auf 47 Millionen Dollar in Warschau und 26 Millionen Dollar in Krakau geschätzt.

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