Vergnügungspark in Großbritannien: Nazis machen Legoland dicht
Eine Veranstaltung mit 1.000 muslimischen Familien im Legoland in Windsor rief rechtsextremes Gepöbel hervor. Nun bleibt der Vergnügungspark erstmal zu.
LONDON ap/dpa/afp | Nach rechtsradikalen Drohungen per E-Mail und mit Anrufen hat das Legoland in Windsor eine Veranstaltung mit muslimischen Teilnehmern abgesagt. Das Hotel auf dem Gelände des Vergnügungsparks nahe London werde für das kommende Wochenende geschlossen, teilte eine Sprecherin am Donnerstag mit.
Dort war eine private Veranstaltung mit rund 1.000 muslimischen Familien geplant. Die Muslimische Stiftung für Forschung und Entwicklung hatte den privaten Ausflug in den Legoland-Park in Windsor organisiert. Mehr als 4.000 Angehörige unterschiedlicher Herkunft und Konfession hätten Karten reserviert, teilte die Organisation mit. Der westlich von London gelegene Park wird für die Sommersaison am 14. März eröffnet.
Die Muslimische Stiftung für Forschung und Entwicklung zeigte sich bestürzt über Drohungen mehrerer rechtsextremer Gruppen, darunter die English Defence League und Casuals United. Die Drohungen seien seit zwei Wochen telefonisch, per E-Mail und in Sozialen Netzwerken eingegangen, teilte Legoland mit.
Zeitweise musste Legoland sogar seine Facebook-Seite aufgrund von rechtsradikalen Kommentaren abschalten. Hinter den Drohungen soll nach Medienberichten die British National Party (BNP) stehen. Ein Blogger hatte das geplante Treffen als „widerlich“ bezeichnet. Es dürfe nicht stattfinden.
Legoland bedauerte die Entscheidung, das Hotel zu schließen. Die „unglaublich schwierige Entscheidung“ sei nach Abstimmung mit der Polizei getroffen worden. Aber die Sicherheit von Besuchern und Mitarbeitern habe Vorrang, hieß es. Die Polizei sei eingeschaltet worden. Die tatsächlichen Verlierer bei dieser Geschichte seien die vielen Familien und Kinder, die im Legoland einen vergnüglichen Tag hätten haben wollen.
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