Verfassungsschutz über syrische Spione: Botschaft steuerte Geheimdienstler

Laut Verfassungsschutz werden syrische Agentennetze in Deutschland aus der Botschaft gesteuert. Druck auf Oppositionelle werde über Verwandte in der Heimat ausgeübt.

Spionenzentrale in Deutschland? Syrische Botschaft in Berlin. Bild: dpa

BERLIN dpa | In der syrischen Botschaft in Berlin arbeiten nach Angaben des Verfassungsschutzes Nachrichtendienstler, die Agentennetze führen. Um Informanten in Kreisen syrischer Oppositioneller in Deutschland zu gewinnen, würden die Dienste der Machthaber in Damaskus auch Repressalien einsetzen, berichtete die Leiterin des Berliner Verfassungsschutzes, Claudia Schmid, am Mittwoch im zuständigen Ausschuss des Abgeordnetenhauses.

Druckmittel seien dabei vor allem Verwandte der Angeworbenen in der syrischen Heimat. Einzelheiten nannte Schmid nicht. Sie verwies erneut darauf, dass Geheimdienste im derzeitigen Regime in Damaskus eine überragende Stellung einnähmen.

In Berlin waren Anfang Februar zwei mutmaßliche syrische Agenten festgenommen worden, die seit Jahren in Deutschland lebende Oppositionelle planmäßig beobachtet und ausgeforscht haben sollen. Die beiden Männer im Alter von 47 und 34 Jahren sitzen in Untersuchungshaft. Gegen sechs weitere Verdächtige wird ermittelt. Kürzlich hatte die Bundesregierung auch vier syrische Diplomaten ausgewiesen.

Näheres zu den Erkenntnissen ihrer Behörde wollte Schmid in öffentlicher Sitzung des Ausschusses nicht mitteilen. Sie verwies auf das laufende Ermittlungsverfahren der Bundesanwaltschaft in Karlsruhe.

Einmal zahlen
.

Fehler im Text entdeckt? Wir freuen uns über einen Hinweis!

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de