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Verdienen und Studieren

■ Umfrage im Studiengang Behindertenpädagogik

StudentInnen sind arme Schweine. Das wissen wir nicht erst seit gestern. Nichts Neues also, was der Studiengangsausschuß Behindertenpädagogik an der Universität Bremen als Bilanz einer umfangreichen Befragung mitteilt? Im Sommersemester 1989 hatte der unter den 394 StudentInnnen im Studiengang eine Umfrage durchgeführt. 147 Personen beantworteten die Fragebögen. Ergebnis: Die wenigsten können intensiv studieren. Wer sich in Ruhe dem Studium widmen kann, gehört einer selten gewordenen Spezies von StudentInnen an. Die Hinderungsgründe: Die meisten müssen nebenher arbeiten, um Kohle für den Lebensunterhalt ranzuschaffen. Oder sie müssen sich den Großteil des Tages um Heim und Kinder kümmern.

Aus der Umfrage geht hervor, daß mehr als 75% der Studierenden nebenher Geld verdienen müssen. Ein Drittel von ihnen arbeitet mehr als zehn Stunden in der Woche. Ein Drittel der Studierenden bekommt Bafög. Trotzdem müssen die so Unterstützten immer noch rund die Hälfte des zum Leben notwendigen Geldes selber verdienen.

Jede/r Fünfte im Studiengang Behindertenpädagogik muß zu Hause Kinder betreuen, 16% sind sogar alleinerziehend. Angesichts dieses Umfrageergebnisses fordert der Studiengangsausschuß Behindertenpädagogik nun Verbesserungen für die Studienbedingungen der StudentInnen. Z.B. eine finanzielle Mindestabsicherung und bessere Arbeitsbedingungen an der Universität. ka

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