: "Verarmte Privatsender"
■ NDR weist Vorwürfe gegen neue Jugendwelle zurück
„Verarmte Privatsender“
NDR weist Vorwürfe gegen neue Jugendwelle zurück
Der Norddeutsche Rundfunk (NDR) plant mit seinem Jugendradio keine „Privatsender-Kopie“. Mit dieser Feststellung reagierte der NDR-Programmdirektor Hörfunk, Gernot Romann, am Montag auf die Kritik mehrerer privater Sender an dem geplanten Jugendradio, einem werbefreien fünften NDR-Sender mit der Zielgruppe der 14- bis 19jährigen. Das NDR-Jugendradio werde die „öffentlich-rechtliche Alternative zu den zum Teil zu Musikabspielstationen verarmten Privatsendern“, sagte Romann. Das NDR-Jugendradio biete Platz für Information, Analyse und Diskussionen und werde mit seinem werbefreien 24-Stunden-Programm „inhaltlich vor allem qualitativ mehr leisten, als private Betreiber für diese Zielgruppe anbieten“.
Der NDR werde sein Angebot um das neue Programm ergänzen, nicht um Privatsender aus dem Markt zu drängen, sondern um auch Jugendlichen die von den Zeitungsverlegern immer wieder beschworene Vielfalt anzubieten, sagte Romann weiter.
In einem Interview mit der „Welt am Sonntag“ hatte der Geschäftsführer von OK-Radio, Frank Otto, am vergangenen Wochenende erklärt: „Die NDR- Pläne sind für uns absolut existenzbedrohend. Wir wissen nicht, ob wir das überhaupt überleben können.“ Es sei nicht fair, ein weiteres Programm aufzumachen, um private Anbieter aus dem Markt zu drängen, statt eine konsequente Programm-Reform in den vorhandenen NDR-Wellen vorzunehmen. Auch Rainer Cabanis von Radio Hamburg, hatte in der „Welt am Sonntag“ von einer „Riesengefahr“ gesprochen. dpa
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen