: VW-Devisenhändler frei
■ Devisenhändler Jünger gesteht ein „schweres Vergehen“
Braunschweig (dpa) - Im Prozeß um den VW-Devisenskandal sitzt jetzt keiner der fünf Angeklagten mehr in Untersuchungshaft. Die sechste große Strafkammer des Landgerichts Braunschweig verfügte am Mittwoch, dem dritten Verhandlungstag, nach 26 Monaten die Aussetzung des Haftbefehls gegen den Hauptangeklagten Hans-Joachim Schmidt (40). Der Devisenhändler muß allerdings eine Million Mark als Kaution hinterlegen.
Nachdem Schmidt bereits in der vergangenen Woche zugegeben hatte, die Volkswagen AG durch betrügerische Devisengeschäfte um rund 377 Millionen DM geschädigt zu haben, räumten dies am Mittwoch - mehr oder weniger - auch die anderen vier Angeklagten ein. Der ehemalige Chefdevisenhändler von VW, Burkhard Junger (42), sagte, er sei sich „eines schweren Vergehens bewußt und stehe zu Recht vor Gericht“. Er bestritt aber energisch, in einem Frankfurter Zivilprozeß zwischen VW und der Ungarischen Nationalbank einen Meineid geleistet zu haben. Auch „Abschöpfungsgeschäfte“ zu Lasten von VW von rund acht Millionen Mark will Junger, wie Schmidt, nicht begangen haben. Vielmehr habe er, „wie in der Branche üblich“, Privatgeschäfte gemacht.
Umverteilung gegen rechts
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen