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Umstrittenes Vorgehen NiedersachsensWulff stoppt Moscheen-Kontrollen

Niedersachsens Ministerpräsident Wulff (CDU) will laut Medienbericht die umstrittenen Moscheen-Kontrollen einstellen. Außerdem äußerte er sich in der Debatte zur Migranten-Quote in Spitzenämtern.

BERLIN/HANNOVER dpa/afp/taz | Niedersachsens Ministerpräsident Christian Wulff (CDU) hat sich dafür ausgesprochen, mehr Menschen mit Migrationshintergrund in Spitzenämter zu berufen. Dies gehöre zu den Bedingungen, um "Parallelgesellschaften und soziale Unruhen wie in Frankreich" zu verhindern, sagte Wulff der Berliner Zeitung vom Freitag. Er forderte zudem eine umfassende Strategie für den Umgang mit dem Islam. Dazu gehöre, Muslimen zu zeigen, dass sie hier willkommen seien, sagte Wulff.

Die Integrationsbeauftragte der Bundesregierung, Maria Böhmer (CDU), hatte jüngst mit einer Forderung nach mehr Menschen mit Migrationshintergrund im öffentlichen Dienst eine Debatte über eine Quotenregelung ausgelöst. Die CDU selbst lehnt eine solche Quote ab – auch SPD-Politiker wandten sich dagegen.

Außerdem will Wulff die umstrittenen verdachtsunabhängigen Personenkontrollen vor Moscheen in Niedersachsen stoppen. Wulff habe Innenminister Uwe Schünemann (ebenfalls CDU) gebeten, davon Abstand zu nehmen, solange es keinen konkreten Verdacht gegen einen der Moscheebesucher gebe, berichtet die Hannoversche Allgemeine Zeitung (HAZ).

Seit 2003 wurden zwei bis fünf Mal im Jahr Muslime vor Betreten oder beim Verlassen der Gotteshäuser kontrolliert. Das hatte war von der Opposition scharf kritisiert worden. Fachjuristen des niedersächsischen Landtags hatten in einer Expertise festgestellt, die Kontrollen von Moscheen ohne konkreten Verdacht seien rechtlich nicht zulässig. Ein Sprecher des Innenministeriums sprach von einer "Einzelbewertung".

Noch 2004, nach den Terror-Anschlägen in Spanien, hatte Wulff eine Ausweitung der Videoüberwachung im Umfeld auffälliger Moscheen gefordert. Die Markierung von Gläubigen in Wolfsburger Moscheen durch Polizisten sei ihm aber laut HAZ zu weit gegangen.

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4 Kommentare

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  • P
    Potzblitz

    @monti: unglaublich, son Krampf zu schreiben. Noch schlimmer, sowas hinzukriegen.

  • M
    monti

    Tatsache ist, dass Deutschland auf dem ethnischen Nationskonzept aufgebaut ist. Danach sind alle Machtstrukturen (Exekutive, Judikative, Legislative als auch Privatwirtschaft) mit "eigenen" Leuten zu besetzen. Dies führt, neben den damit direkt verbundenen Privilegien für diese "Auserwählten", zu einer Bevorzugung ihrer Kinder, Verwandten, eigenen Ethnie. Die "Übrigen" werden mit Brotsamen abgespeist und auch gegeneinander aufgehetzt: Ein altbewährtes Mittel des Machterhaltes.

    Wenn aber eine dieser "Untergruppen", die zahlenmäßig herausragt, sich auch noch organisiert und deren Repräsentanten eine Mitbestimmung und Teilhabe einfordern, schlägt der Herrschaftsapparat zurück, durch: Bedienung von Ressentiments und Kriminalisierung, wobei Grundrechte -falls noch vorhanden- keine Rolle spielen.

    Daher kann ein Aufbrechen, dieses ethnisch organisierten Staatskonstruktes, -friedlich- nur durch eine "Quotenregelung" geschehen.

  • G
    Gordon

    WAs ist los? Ein CDU Politiker der ein bisschen Fairplay will. Respekt.

  • P
    Potzblitz

    Und das fördert dann die Integration? Aha.

    Das heißt im Umkehrschluß auch, es wird eine entsprechende Deutschen-Quote geben.

    Immer mehr Einheimische werden durch Hartz-4 und Niedrigstlöhne desintegriert. Wen kümmert's?