: Truppe darf auf Arsen nicht üben
Hannover (taz) - Der stark mit Arsen belastete Truppenübungsplatz Munster-Nord ist gestern vom Heeresinspekteur gänzlich für den Übungsbetrieb gesperrt worden. Das Verteidigungsministerium bezeichnete die Sperrung als „Reaktion auf erste Meßergebnisse“ der wehrwissendschaftlichen Dienststelle der Bundeswehr. Die Wehrwissenschaftliche Dienstelle hatte allerdings schon im vergangenen Jahr Arsenkonzentrationen im Boden gemessen, die den zulässigen Grenzwert von 30 Milligramm um das Zwanzigfache übersteigen.
Die Arsenbelastung geht nach Angaben des Bundesverteidigungsministeriums auf Munition und chemische Kampfstoffe zurück, die „in der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg bis Ende des Zweiten Welkrieges“ auf dem Truppenübungsplatz vergraben wurden. „Anzeichen für eine gesundheitliche Gefährdung der Soldaten“ durch die Rüstungsaltlasten hätten sich bisher dennoch in Munster-Nord nie ergeben. Das Wehrbereichskommando II in Hannover erklärte die gemessenen hohen Arsenkonzentrationen gestern damit, daß die in Munster vergrabenen Giftgasgranaten erst jetzt durchrosten und Arsen an den Boden abgegeben würden. In einem „Dringlichkeits-Meßprogramm“ will die Bundeswehr nun weitere 1.000 Bodenproben aus Munster-Nord untersuchen lassen und anschließend entscheiden, welche Flächen für Manöver wieder freigegeben werden können.
ü.o.
Die Engagierten stärken
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen