: Tritt in die Freiheit
■ 10 Abschiebehäftlinge ausgebrochen
Zehn Russen, Polen, Tschechen und Chinesen sind aus dem Abschiebegewahrsam in der Kruppstraße ausgebrochen. Sie traten am Donnerstagabend gegen 21.15 Uhr ein Fenstergitter aus der Wand eines Fernsehraums, kletterten von einem Mauervorsprung hinab und flüchteten. Die Polizei fahndete bislang erfolglos nach den Flüchtlingen. Acht der zehn Häftlinge sind nach Polizeiangaben wegen Diebstahl und Einbruch rechtskräftig verurteilt und haben einen Teil ihrer Strafe abgesessen. Einer habe sich des Totschlags schuldig gemacht, heiß es. Ein Ausländer aus Ex-Jugoslawien und ein Chinese sollten in ihre Herkunftsländer abgeschoben werden, weil sie keine gültige Aufenthaltserlaubnis besaßen.
Wie ein Polizeimitarbeiter berichtete, sei der Ausbruch nur möglich gewesen, weil ein Wachmann vergessen hatte, eine Tür im Fernsehraum abzuschließen. Sonst wäre der Zugang zum Fenster nicht möglich gewesen. Offenbar sind alle Fenstergitter in der Kruppstraße mit so kurzen Schrauben im Mauerwerk verankert, daß die Gitter herausgetreten werden können. diak
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen