: Tiebreak mit Pokerface
Friedrich Merz lungert öffentlich am Spielfeldrand
Jeder deutsche Spitzenpolitiker muss zu Beginn seiner Amtszeit eine Sportart wählen, von der er glaubt, dass ihn dessen Ausübung in der Achtung des Wahlvolks steigen lässt. Konrad Adenauer behauptete, beim Boccia im Cadenabbia-Urlaub eine ruhige Kugel zu schieben, auch wenn er an Riminis Stränden die Weiber begaffte. Bundespräsident Jockel Rau mimte den biederen Skatbruder, während er sich privat fürs Schlammringen begeisterte. Gerhard „Acker“ Schröder gab den bodenständigen Fußballer, ließ sich aber von Kumpel Putin lieber zur Menschen- und Bärenjagd in Sibirien einladen. Dies alles ist durch unsaubere Quellen hinreichend unseriös belegt. Nun hat sich endlich auch Aushilfskanzler Friedrich Merz sportlich offenbart. Zusammen mit Ehefrau Charlotte hat er sich auf dem Tennisplatz von Wimbledon sehen lassen, um das „Endspiel des Rasenklassikers“ in der „Royal Box“ mit Prinz William und Prinzessin Kate über sich ergehen zu lassen, wie dpa gestern berichtete. Doch setzte der Kanzler dabei sein sympathischstes Pokerface auf, damit niemand ahnen konnte, dass er lieber die Hunger Games mit der Mittelstands-Union besucht hätte.
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