: Theologe Boff gibt auf
■ „Meine Hoffnung ist zerstört“
Rio de Janeiro (dpa) — Nach mehrfachen Maßregelungen durch den Vatikan will der brasilianische Befreiungstheologe Leonardo Boff seinen jahrelangen Kampf gegen die konservative Hierarchie der katholischen Kirche einstellen. „Ich gebe auf“, erklärte der 52jährige Franziskaner-Mönch in einem Brief an die Leitung seines Ordens, dessen Inhalt am Donnerstag bestätigt wurde.
In dem bereits im April verfaßten Brief beklagte sich Boff insbesondere über Eingriffe in die Redaktion des brasilianischen Kirchenblattes 'Vozes‘ (Stimmen), dessen Leitung er im März abgeben mußte und die seit Juni unter Vorzensur veröffentlicht wird. Boff stellte im März auch seine Lehrtätigkeit ein. Er war wegen seiner Aktivität 1985 vom Vatikan mit einem einjährigen „Bußschweigen“ belegt worden und durfte sich während dieser Zeit zu Kirchenfragen nicht äußern. In einer Schriftensammlung Theologie und Befreiung schrieb Boff: „Als Christen haben wir die Pflicht zum Kampf gegen den versklavenden Kapitalismus“. Sein Vorgesetzter: „Ich messe diesem Gefühlsausbruch keine Bedeutung bei.“
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