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Theaterpreis für Heiner Müller

■ „Pathos der Subversion und befreiender Humor“

Der Berliner Dramatiker und Regisseur Heiner Müller erhält den „Theaterpreis Berlin“ 1996. Die mit 30.000 Mark dotierte Ehrung der Stiftung Preußische Seehandlung wird jährlich für herausragende Verdienste um das deutschsprachige Theater vergeben. Der Preis soll während des Berliner Theatertreffens im Mai nächsten Jahres im Berliner Ensemble, dessen künstlerischer Leiter Müller ist, verliehen werden, teilte die Stiftung mit.

Müller als einer der größten Dramatiker der Gegenwart habe sein Werk der Diktatur, geistiger Bevormundung und dem Fremdsein im eigenen Land abgerungen, heißt es in der Jury-Begründung. Der Dichter, Theaterleiter und Regisseur stehe für ein „provozierendes Leben und Wirken in einer Zeit der Ratlosigkeit“. In Müllers Namen finde das Theater im neuen Deutschland zu seinem kritischen Bewußtsein. „Sein Pathos ist das Pathos der Subversion, seine Poesie beklemmend, sein Humor befreiend.“

Mitglieder der Jury waren die Intendanten Frank Baumbauer (Deutsches Schauspielhaus Hamburg), Michael Schindhelm (Bühnen der Stadt Gera und Theater Basel) sowie die Wiener Literatur- und Theaterkritikerin Sigrid Löffler und Ulrich Eckhardt von den Berliner Festspielen. Den Berliner Theaterpreis erhielten unter anderem Claus Peymann und Hermann Beil, Bernhard Minetti, Johann Kresnik und George Tabori. dpa

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