piwik no script img

■ SuhlKein Platz für Sitte

Suhl (dpa/taz) – Zwei Jahre nach dem Ende der DDR verschwindet nun im thüringischen Suhl auch eines der letzten unübersehbaren Zeugnisse des „Sozialistischen Realismus“. Für das an der Gaststätte Kaluga angebrachte Wandgemälde von Willi Sitte soll es nach dem Umbau des innerstädtischen Gebäudekomplexes zum Kongreßzentrum keinen Platz mehr geben. Die Stadt, seit 1977 Eigentümerin der überdimensionalen Allegorie auf die Klassenkampftraditionen der Südthüringer Industriestadt, sucht derzeit nach einem Käufer. Sitte selbst muß den Verkauf resigniert in Kauf nehmen.

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen