: Studenten im Kanaltunnel
Calais (AFP/taz) – Fünf abenteuerlustige französische Studenten haben am Mittwoch versucht, heimlich durch den noch im Bau befindlichen Tunnel unter dem Ärmelkanal zu Fuß von Frankreich nach Großbritannien zu gelangen. Nach Angaben der französischen Grenzpolizei in Calais wurden die jungen Franzosen auf halbem Weg von britischen Wächtern festgenommen und am Donnerstag wieder freigelassen.
Wie die jungen Leute gegenüber den britischen Behörden aussagten, hatten sie eine Wette abgeschlossen. Mit schicken blauen Arbeitsanzügen bekleidet und mit einer Videokamera ausgerüstet, drangen sie nachts auf der Baustelle im französischen Sangatte bei Calais in den Belüftungsschacht des Tunnels ein. Sie konnten ungestört zwanzig Kilometer marschieren, bis beim Übergang in den britischen Tunnelabschnitt ein Wärter auf sie aufmerksam wurde. Nachdem sie es zuerst mit einer Ausrede versucht und erklärt hatten, sie sollten im Auftrag der Baugesellschaft einen Film drehen, gestanden sie schließlich, daß es sich um einen simplen Scherz handelte. Die Studenten werden sich vor Gericht wegen Einbruchs verantworten müssen.
Ein ähnlicher Vorfall hatte sich bereits im Frühjahr 1991 ereignet, als ein junger Deutscher versuchte, von England aus den Kontinent zu erreichen. Der Kanaltunnel soll im Dezember 1993 eröffnet werden.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen