Streit der Woche in der sonntaz: Ist "Germany's Next Topmodel" frauenfeindlich?
Wenn Drillsergeant Heidi Klum zur Sache kommt, fließen die Tränen: Junge Frauen, die den Model-DIN-Anforderungen nicht entsprechen, sind am Boden zerstört. Selbst schuld oder doch Opfer?
Wenn am Donnerstagabend nächster Woche im Programm von Prosieben darüber entschieden wird, wer denn nun "Germany's Next Topmodel" ist, werden wieder Millionen vor der Mattscheibe sitzen und sich ernsthaft fragen, welche "Personality" sich mit Hilfe welchen Make-Ups am Ende durchsetzen wird - längst hat sich sogar "Topmodel"-Public Viewing etabliert.
Vereint vor dem Bildschirm: Junge Frauen, die womöglich heimlich von einer Model-Karriere träumen, besorgte Mütter, die genau dies befürchten. Männer aller Altersstufen, die - aus welchen Gründen auch immer - heute mal nicht Fußball gucken wollen. Ist das alles ein harmloser Spaß mit der netten, gut gelaunten Heidi, die eben auch mal böse gucken kann, es aber am Ende gar nicht so meint? Oder handelt es sich bei dieser Sendung womöglich um eine zynische Live-Schalte aus einer gut gekühlten Medien-Fleischerei, in der Menschen - Frauen - zur marktkonformen Werbe-Wurstware verarbeitet werden?
Versuchen hier, selbstbewusste, emanzipierte junge Frauen, sich eine Karriereoption zu verschaffen - oder handelt es sich um Opfer eines archaischen Rollenbildes, das sie selbst helfen, weiter zu verbreiten? Mal ganz davon abgesehen, dass gerade in dieser Staffel wiederholt junge Damen darauf hingewiesen worden, dass sie nun "wirklich keine Bikini-Figur" hätten - es grüßt die Essstörung.
Darüber lässt sich also schon trefflich streiten: Frauenfeindlich oder nicht?
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