Streit beim Fahrgastverband Pro Bahn

Zugfreunde im Clinch

Beim Fahrgastverband Pro Bahn fliegen die Fetzen. Vorstandsvize Monheim verlässt seinen Posten. Grund: Ein wichtiges Projekt sei unsauber finanziert.

Für das Forschungsprojekt „Sicherheit im Bahnverkehr“ soll Pro Bahn 360.000 Euro von der Eisenbahnergewerkschaft EVG erhalten. Bild: dpa

BERLIN taz | Den Fahrgastverband Pro Bahn erschüttern //www.wuala.com/probahn/News/?key=bG6hxbah2v5T:interne Querelen. Letzter Höhepunkt: Am Wochenende trat der bekannte Verkehrswissenschaftler Heiner Monheim aus Protest von seinem Posten als stellvertretender Bundesvorsitzender zurück. Als Grund führte er mangelnde Transparenz und eine finanziell unsaubere Vertragskonstruktion bei einem Großprojekt des Verbandes an. „Ich will auch künftig eine saubere Weste haben“, sagte Monheim. Der Bundesvorstand wies die Vorwürfe zurück.

Konkret geht es um das Forschungsprojekt „Sicherheit im Bahnverkehr“, für das Pro Bahn 360.000 Euro von der //www.evg-online.org/index_html?-C=:Eisenbahnergewerkschaft EVG erhalten soll. Mit dem auf drei Jahre angelegten Projekt soll nach Angaben des Verbandes untersucht werden, wie die gefühlte Sicherheit von Bahnreisenden verbessert werden kann. Hintergrund ist, dass sich manche Fahrgäste – auch aufgrund der Medienberichterstattung über spektakuläre Gewalttaten – in Zügen und auf Bahnhöfen unsicher fühlen.

Der Berliner Landesverband von Pro Bahn wirft nun dem Bundesvorstand vor, dieses Projekt nur eingegangen zu sein, um den langjährigen Pro-Bahn-Chef und derzeitigen Ehrenvorsitzenden Karl-Peter Naumann finanziell abzusichern.

Schon 2011 habe Naumann mit der Bahn eine Beschäftigung bei dem Unternehmen vereinbart; zu diesem Vertrag sei es aber nicht gekommen, nachdem im Verband Widerstand gegen den „Seitenwechsel“ gewachsen sei. Beim zweiten Versuch sei es zum Sicherheitsprojekt gekommen.

Finanzielle Absicherung

Monheim warnte den Pro-Bahn-Vorstand, mit dem Projekt das Ansehen des Verbandes zu gefährden. Naumann habe ihm gegenüber zugegeben, dass es dabei um seine finanzielle Absicherung gehe, nachdem sein alter Arbeitgeber ihn nicht weiter beschäftigt habe. Eine finanziell unsaubere Vertragskonstruktion mit einem hochdotierten Vertrag mit dem Ehrenvorsitzenden und eine methodisch angreifbare Projektkonstruktion könne sich Pro Bahn aber nicht leisten.

Pro-Bahn-Sprecher Hartmut Buyken wies die Vorwürfe zurück. Einen Vertrag zwischen Naumann und der Bahn habe es nie gegeben. Das Forschungsprojekt, bei dem Naumann eine entscheidende Rolle spiele, werde weitergeführt. „Dafür gibt es eine große Mehrheit.“ Dabei gehe es nicht um die Versorgung verdienter Mitglieder, sondern um die Sache, die vielen Reisenden unter den Nägeln brenne. „Wir vertreten die Interessen aller Fahrgäste.“

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