Streik bei der Bahn: Planmäßige Verspätung

Die Tarifverhandlungen für die Beschäftigen bei der Bahn stocken. Gewerkschaften wollen mit umfangreichen Warnstreiks ein besseres Tarifangebot erzwingen.

Das Rote Stoppsignal könnte am Donnerstag für zahlreiche Verspätungen bei der Bahn sorgen. Bild: ap

FRANKFURT/MAIN afp/dpa Bahn-Reisende müssen heute mit massiven Einschränkungen rechnen. Die Gewerkschaften Transnet und GDBA kündigten Warnstreiks in mehreren Städten an. Betroffen sein werden bis in den späten Vormittag Köln, Düsseldorf, Bremen, Hamburg, Berlin, Saalfeld, Magdeburg, Nürnberg und München, so die Gewerkschaften. Mit spürbaren Auswirkungen auf den Zugverkehr müsse gerechnet werden.

"Wir gehen davon aus, dass sich mehrere hundert Kolleginnen und Kollegen an den Warnstreiks beteiligen", kündigten GDBA-Vize Heinz Fuhrmann an. Mit Rücksicht auf die Bahnkunden solle der Schienenverkehr aber nicht vollständig lahmgelegt werden. Anlass sind die Tarifverhandlungen um mehr Geld und bessere Arbeitsbedingungen für rund 130.000 Bahn-Beschäftigte, die am Mittwoch in dritter Runde in Frankfurt am Main fortgesetzt wurden.

Transnet-Chef Alexander Kirchner hatte aber bereits vor Beginn der Runde angekündigt, die Warnstreiks würden den Nah-, Fern- und Güterverkehr beeinflussen. Das für Personal zuständige Bahn-Vorstandsmitglied Norbert Hansen, der früher selbst Transnet-Vorsitzender war, sagte: "Wir bewegen uns seit letzter Woche täglich." Er appellierte an Transnet und GDBA, die Kunden zu verschonen. Den Gewerkschaften sei ein neues Angebot vorgelegt worden, das deutlich über die bisherigen Vorschläge hinausgehe. Nähere Angaben machte er nicht. Transnet und GDBA dementierten dies. Bundesverkehrsminister Wolfgang Tiefensee (SPD) forderte beide Seiten auf, "sowohl die Belange der Beschäftigten als auch die des Unternehmens und der Kunden im Blick zu behalten."

Transnet und die Gewerkschaft GDBA verlangen neben 10 Prozent mehr Geld bessere Arbeitsbedingungen, unter anderem mindestens zwölf freie Wochenenden im Kalenderjahr. Zuletzt habe die Bahn unter den Forderungen gelegen: "Wir haben beim Entgelt ein Angebot von 1 Prozent und 200 Euro Einmalzahlung, das ist inakzeptabel. Und wir haben bei der Arbeitszeit Angebote, die gleichzeitig mit Gegenforderungen verbunden sind und eine Verschlechterung bedeuten", so Kirchner. Laut Kirchner hätten die Arbeitnehmer der Bahn seit Mitte der 90er-Jahre wegen roter Zahlen stets niedrige "Lohnabschlüsse hinnehmen müssen". Zudem habe Bahnchef Hartmut Mehdorn zugesagt, sollte es dem Unternehmen besser gehen, werde nachgelegt.

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