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„Störkraft“ vor Gericht

■ Kopf der Rockband wegen Volksverhetzung angeklagt

Mayen (AFP) – Wegen Volksverhetzung und Verstoßes gegen das Jugendschutzgesetz muß sich seit gestern der 24jährige Jörg Petritsch von der Skinhead-Rockgruppe „Störkraft“ vor dem Amtsgericht Mayen verantworten. Zu Prozeßbeginn distanzierte sich der Angeklagte, der als Kopf der überregional bekannten Rockband gilt, von der rechtsextremen Skinhead- Szene. Die ausländerfeindlichen und gewaltverherrlichenden Texte auf den insgesamt drei Langspielplatten der 1989 gegründeten Gruppe seien eine „Jugendsünde“.

Die vom Koblenzer Staatsanwalt Hermann-Josef Vierbuchen vertretene Anklage wirft dem Angeklagten unter anderem vor, bei einem Konzert am 3. Oktober 1991 in Cottbus die Hand zum Hitler- Gruß erhoben und bei einem Auftritt am 20. Juni 1992 in Bremen „Sieg-Heil“ gerufen zu haben. Der gelernte Großhandelskaufmann räumte das auf einem Videomitschnitt des Konzerts festgehaltene „Sieg-Heil“-Zitat ein.

Zuvor hatte sich das Jugendgericht die beiden Videobänder sowie mehrer Lieder aus den „Störkraft“-Langspielpatten „Dreckig, kahl und hundsgemein“ sowie „Mann für Mann“ vorspielen lassen. Beide LPs wurden 1992 von der Bundesprüfstelle für jugendgefährdende Schriften verboten.

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