: Startbahn West
In den Abendstunden des 6.7. wurde Andreas Semisch (vor kurzem entl. Gefangner aus der Startbahnbewegung) in Wiesbaden erneut festgenommen. Zunächst wurde er im Polizeipräsisdium Wiesbaden festgehalten. Eine am selben Abend noch spontan erfolgte Solidaritätskundgebung wurde mit einer Bilanz von 20 Verhaftungen, darunter zwei Personen mit schweren Verletzungen infolge eines brutalen Einsatzes von Polizeihunden, zerschlagen. Am Morgen des 7.7.88 erfolgte die Verlegung und später um 14 Uhr die Vorführung in Karlsruhe vor dem Bundesgerichtshof.
Ihm wurde folgendes eröffnet: Es besteht ein neuer Haftbefehl gegen ihn aufgrund eines linguistischen Gutachtens, das von einem BKA-Mathematiker angefertigft wurde. Hiernach soll Andreas Semisch angeblich der Autor von 4 Bekennerbriefen zu militanten Anti-AKW Aktionen sein.
Ihm wird zusätzlich die Beteiliguang an diesen 4 militanten Anti-AKW Aktionen und somit Mitgliedschaft nach § 129a durch das Konstrukt der Autorenschaft vorgeworfen.
Die Bundesanwaltschaft hat aufgrund des neuen Haftbefehls das Verfahren, das gegen Andreas Semisch am Amtsgericht Hanau lief, wieder an sich gezogen. Nach der Vorführung und der Verkündigung des Haftbefehls wurde er in den Knast Frankenthal verlegt.
Alle Post an Andreas Semisch: Andreas Semisch, JVA Frankenthal über den zuständigen Ermittlungsrichter am Bundesgerichtshof, Herrenstr. 45a, 75 Karlsruhe. Neue Haftadresse von Frank Hofmann, H.v.B., St. Jorrisstr. 31, 5211 HA Den Bosch.
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen