Sprüth Magers: Nachts sind alle Katzen blau: Pamela Rosenkranz
Foto: Timo Ohler; Courtesy the artist and Sprüth Magers
Die Comickatze Hello Kitty hat keinen Mund, damit der Mensch seine Gefühle auf sie projizieren kann. In Pamela Rosenkranz’ Ausstellung „She Has No Mouth“ bei Sprüth Magers hängen dafür im großen Ausstellungsraum gefletschte Zähne neben Katzenfellmustern, eigentümlich artifiziell unter einer transparenten Schicht eingeschlossen. Wer achtlos auf die Kätzchen-Codes zurennt, wird vom Zirkel der Ausstellungshüter sanft in die Umlaufbahn eines magischen rosa Sandkreises gelenkt, damit dessen zarte Schicht intakt bleibt. Die Farbe dieser Bodenskulptur wird über eine LED-Lampe an der Decke erzeugt, auch hier exponiert Rosenkranz Künstlichkeit als Teil der Umgebung. Weiterer Baustein der Beziehung Mensch-Katze sind Duftreize wie das Pheromon Civetone, das die Parfümindustrie in synthetisierter Form einsetzt. Wer’s nicht so mit Katzen hat: Der rosa Sandkreis findet seine Entsprechung im komplett in Blau getauchten Eingangsraum, in dem ein Mondkreis von der Wand leuchtet – auch ohne felines Vorwissen ein instinktiv immersives Erlebnis. NYM
Bis 17. 6., Di.–Sa., 11–18 Uhr, Oranienburger Str. 18
Gemeinsam für freie Presse
Die taz gehört zu 100 Prozent ihren Leser:innen und ist damit nicht nur konzernfrei, sondern auch kostenfrei zugänglich. Alle Artikel stellen wir frei zur Verfügung, ohne Paywall. Gerade in diesen Zeiten müssen Einordnungen und Informationen allen zugänglich sein. Unsere Leser:innen müssen nichts bezahlen, wissen aber, dass kritischer, unabhängiger Journalismus nicht aus dem Nichts entsteht. Dafür sind wir sehr dankbar. Damit wir auch morgen noch unseren Journalismus machen können, brauchen wir mehr Unterstützung für taz zahl ich. Dank Ihnen haben wir nun die 50.000 erreicht. So viele unterstützen freiwillig und regelmäßig. Noch nicht dabei? Werden Sie jetzt Teil der Community! Jetzt unterstützen