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Spannungen zwischen London und Dublin

Hauptverhandlungspunkt auf der britisch-irischen Konferenz in Belfast war das „Ulster Defence Regiment“: Trotz seines Rufs wird es in diesem Jahr mit Plastikgeschossen ausgerüstet  ■  Aus Dublin Ralf Sotscheck

Die Spannungen zwischen der britischen und der irischen Regierung konnten auf der Marathonsitzung der bilateralen Konferenz, die am Mittwoch in Belfast tagte, nicht abgebaut werden. An der bisher längsten Sitzung seit Unterzeichnung des anglo-irischen Abkommens über Nordirland nahmen der irische Außenminister Collins, Justizminister Burke, der britische Nordirlandminister Brooke sowie die Polizeichefs Nord- und Südirlands teil.

Zwar versuchten beide Seiten nach zehnstündigen Beratungen in einem gemeinsamen Kommunique Einigkeit zu demonstrieren, doch die Differenzen wurden auf den separaten Pressekonferenzen überdeutlich. Hauptverhandlungspunkt war die Rolle des „Ulster Defence Regiment“ (UDR). Das Regiment ist die nordirische Einheit der britischen Armee und besteht fast ausschließlich aus Protestanten. Sein Ruf ist auch bei moderaten Katholiken arg angeschlagen, seit im September nachgewiesen wurde, daß UDR-Soldaten Geheimakten über „mutmaßliche IRA-Terroristen“ an protestantische Mordkommandos weitergegeben hatten.

Während die britische Seite versprach, die „faulen Eier im Korb“ auszumerzen, glaubt Collins, daß der ganze Korb verfault sei. Die irische Regierung fordert, daß das UDR bei Streifengängen in katholischen Vierteln von der Polizei begleitet werden soll. Am Mittwoch sagten die Briten lediglich zu, einen Ausschuß einzusetzen, der diese Frage näher untersuchen soll. Außerdem willigten sie ein, die Rekrutierung neuer UDR-Mitglieder besser zu überwachen, ohne sich allerdings auf konkrete Maßnahmen festzulegen. In der Frage der Plastikgeschosse für das UDR blieb Peter Brooke hart. Das UDR wird noch in diesem Jahr mit der „Distanzwaffe“ ausgerüstet werden. Polizei und britische Armee setzen diese Waffe bereits seit Anfang der siebziger Jahre in Nordirland ein. Seitdem sind 17 Menschen durch Plastikgeschosse getötet worden, darunter acht Kinder.

Collins sagte nach der Sitzung, daß „in bestimmten Fragen Fortschritte“ erzielt worden seien, während Brooke betonte, daß es von britischer Seite keine größeren Zugeständnisse gegeben habe.

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