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Sozdar Jafarzadeh Der Koffer meiner Mutter

Wir kamen mit einem kleinen Koffer,

ein kleiner Koffer für vier Kinder, / im Koffer ihre selbstgenähten weißen Kopftücher, Socken, Bilder.

Bis heute, 26 Jahre später, / ist dieser Koffer unberührt geblieben. / Als würden wir auf diesen Moment warten, / den Moment, mit dem Koffer weiterziehen zu müssen.

Doch wohin? / Wo können wir sie ohne Angst auspacken, / die selbstgenähten weißen Kopftücher, / die Socken und Bilder meiner Mutter?

Der Koffer meiner Mutter / ist bis heute unberührt geblieben. / Wie kann ich also sagen, angekommen zu sein?

Erstmals erschienen im Band „Sei neben mir und sieh, was mir geschehen ist“ des Verbrecher Verlags in Kooperation mit PEN Berlin und The Poetry Project.

Sozdar Jafarzadeh

35, kommt aus der kurdischen Stadt Êlih in der Südosttürkei. Die Sozialpädagogin arbeitet als Koordinatorin für ambulante Hilfen zur Erziehung beim Träger Yekmal e. V. Außerdem schreibt sie gerade an einer Kinderbuchreihe, in der die Biografien kurdischer Frauen vorgestellt werden. Zum Thema