Soll man die Arena boykottieren? Nein!: Es geht nicht um gut oder böse

Man sollte über die verfehlte Stadtplanung diskutieren. Aber an die Moral des Einzelnen zu appellieren, ist naiv und gefährlich.

Die neue Mehrzweckhalle an der Spree ist hässlich. Sie verschandelt das Spreeufer mit Konzernwerbung. Und der Senat hat dem Investor auch noch Millionen dafür geschenkt. Keine Frage: Die Baugeschichte der "O2-Arena" in Friedrichshain ist ein Skandal. Aber sollte man die frisch eröffnete Halle deshalb boykottieren? Auf keinen Fall.

So unsympathisch das Ding auch sein mag: Es ist nun einmal fertig und mit 17.000 Plätzen Berlins größte Veranstaltungshalle. Soll man die jetzt nicht nutzen, um bloß keinen ultrarechten US-Industriellen zu unterstützen? Eine weltfremde Moral: Es wird Philip Anschutz kaum jucken, wenn ein paar Aufrechte der Arena fernbleiben. Und kann man Alba und Metallica verübeln, dass sie für ihre Auftritte möglichst viel Publikum erreichen wollen? Sport und Musik sind eben Business, bei dem mit Masse Umsatz gemacht wird. Für Berlin springen dabei 1.500 Arbeitsplätze heraus.

An die Moral des Einzelnen zu appellieren, ist naiv und gefährlich. Bei der O2-Arena geht es nicht um Gut oder Böse. Sondern um verfehlte Stadtplanung und fragwürdige Subventionen - um Politik. Die sollte weiter in der Verantwortung stehen. Denn Uferbebauung und Entwicklung des Anschutz-Geländes bleiben strittig. Wer darüber diskutiert, darf ruhig zu Coldplay gehen.

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