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Solidarität konkret

■ Die hessische ÖTV ruft zu Spenden für Thüringen auf

Frankfurt/Main (taz) — „Es gibt nichts Gutes, außer man tut es“ — unter diesem Motto hat jetzt der Vorstand des ÖTV-Landesbezirks Hessen ein Solidaritätsprojekt für den thüringischen Partnerbezirk beschlossen. Die hessische ÖTV will einen „hessisch-thüringischen Solidaritätsfonds“ gründen, mit dem eine Qualifizierungsgesellschaft in der thüringischen Landeshauptstandt Erfurt finanziert werden soll. Die Mittel für den Fonds sollen durch Spenden hessischer ÖTV-Mitglieder aufgebracht werden. Der hessische ÖTV-Vorstand hat damit eine Konsequenz aus den bislang weitgehend ergebnislosen Diskussionen um den gewerkschaftlichen Beitrag zur Solidarität mit den Ostdeutschen gezogen. „Die Diskussion über solidarisches Handeln stolpert beim Schritt vom Abstrakten zum Konkreten“, heißt es in dem Beschluß, der nach heftigen Diskussionen im 29köpfigen Landesvorstand mit Mehrheit angenommen wurde. Die Neigung in der westlichen Mitgliedschaft der Gewerkschaften zu allgemeinen Opfern für den Osten sei gering, weil die Sinnhaftigkeit solcher Opfer nicht erkennbar sei und das Gefühl der Ungerechtigkeit entstehe. Demgegenüber fänden Versuche, „projektorientierte praktische Solidarität“ zu organisieren, Zustimmung. Der Bedarf an Qualifikation im öffentlichen Dienst Ostdeutschlands ist unübersehbar groß, meinte der hessische ÖTV-Vorsitzende Herbert Mai. Das Projekt soll ostdeutschen Beschäftigten im öffentlichen Dienst die Möglichkeit geben, sich für den bestehenden Bedarf etwa an Krankengymnastinnen, Bürokaufleuten usw. zu qualifizieren. „Wenn jedes der 125.000 hessischen ÖTV-Mitglieder nur eine Mark im Monat gibt, kommen immerhin 1,5 Millionen Mark im Jahr zusammen.“ Die Initiative sei zwar kein Ersatz für eine gewerkschaftliche Gesamtstrategie, aber ein Signal für konkrete Hilfsbereitschaft. marke

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