■ Media-Bazaar: Simpson-Prozeß live
Los Angeles (AFP) – Vom Mordprozeß gegen den US-Football-Star O.J. Simpson sollen nun doch Live-Übertragungen gestattet werden. Richter Lance Ito gab bekannt, er habe sich von den Anwälten mehrerer Medienunternehmen davon überzeugen lassen, daß eine Aussperrung nicht gerechtfertigt sei. Die Medien hätten sich zuletzt in ihrem Umgang mit dem Fall recht verantwortungsbewußt gezeigt. Es falle nicht in die Verantwortung des Gerichts, den Mißbrauch von Filmaufzeichnungen vollständig auszuschließen. Simpsons Anwälte hatten sich gegen Live-Übertragungen ausgesprochen, sofern dies zur Folge hätte, daß die zwölf Geschworenen völlig von der Umwelt abgeschirmt würden.
„Die Kamera bekennt sich hundertprozentig unschuldig“, sagte der Anwalt des auf Prozeßberichterstattung spezialisierten Senders Court-TV. „Sie hat nichts Böses getan und kein Gesetz verletzt.“ Die Medien-Anwälte hatten betont, die Live-Übertragungen seien für die Unterrichtung des Publikums nützlich. Darüber hinaus beugten sie Fehlern in der Presseberichterstattung vor.
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