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Seit Madrid redet man aneinander vorbei

Vierte Runde der Nahost-Gespräche ergebnislos beendet  ■ Aus Tel Aviv Amos Wollin

Gestern ging die vierte Runde der bilateralen Nahost-Gespräche zwischen Israel und den arabischen Delegationen zu Ende. Seit der Madrider Eröffnungskonferenz vor vier Monaten hat es keinerlei Fortschritt in den Verhandlungen gegeben. Kurz vor dem Ende des Treffens sollte eine abschließende Zusammenkunft der Delegationsleiter mit US-Außenminister Baker stattfinden, der angeblich eine fünfte Gesprächsrunde noch vor den israelischen Wahlen im Juni vorgeschlagen hat. Sie soll offenbar wieder in Washington stattfinden. Einige arabische Delegierte haben die Meinung geäußert, daß weitere „Begegnungsübungen“ unter den gegebenen Bedingungen sinnlos seien, da vor den Wahlen in Israel eine Veränderung der starren israelischen Position nicht zu erwarten sei. Eine vermittelnde Intervention der USA wird von Israel zurückgewiesen. Die palästinensische Delegation hat am Ende dieser vierten Runde einen Plan für die Durchführung von Wahlen in den besetzten Gebieten vorgelegt. Es wird vorgeschlagen, spätestens bis zum Oktober in geheimen und allgemeinen Wahlen eine 180 Personen umfassende Vertretung der Palästinenser in der Westbank, dem Gaza- Streifen und Ost-Jerusalem zu wählen. Der Urnengang für diesen „Übergangsverwaltungsrat“ soll unter internationaler Aufsicht stattfinden. Der Vorschlag wurde von der israelischen Delegation mit großer Vehemenz zurückgewiesen. Es handele sich um ein Komplott für die zukünftige Errichtung eines palästinensischen Staates in den besetzten Gebieten. Dies werde Israel niemals dulden. Der israelische Delegationsleiter Ben Aharon nannte den palästinensischen Vorschlag „unnötig und zwecklos“ und sprach sein „Bedauern“ darüber aus, daß sich die Palästinenser immer noch um Selbstbestimmung bemühten. Für die heutige Abschlußsitzung hat die israelische Delegation angekündigt, den palästinensischen Vorschlag „Punkt für Punkt zu widerlegen“. Ähnlich wie zwischen Israelis und Palästinensern sieht es auch in den anderen Gesprächsrunden mit den Syrern, den Libanesen und den Jordaniern aus. Kurz, man hat vier Monate lang aneinander vorbeigeredet.

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