piwik no script img

Schweriner Stasi-Fraktion verläßt das Parlament

Schwerin (dpa) — Als erstes Parlament der fünf neuen Bundesländer hat der Landtag von Mecklenburg- Vorpommern gestern einen Schlußstrich unter die Affäre um Abgeordnete mit Stasi-Vergangenheit gezogen. In einer Sondersitzung wurde bei nur einer Gegenstimme der Rücktritt von sieben belasteten Abgeordneten — vier der CDU, einer der SPD, zwei der Linken Liste/PDS — bestätigt. Die Fraktionen hatten sich auf diese Abstimmung als „demokratischen Akt“ verständigt. Üblicherweise wird ein Mandatsverzicht durch Mitteilung an den Parlamentspräsidenten wirksam. Landtagspräsident Rainer Prachtl bedauerte den Verbleib des PDS-Abgeordneten Peter Stadermann im Landtag. Dieser hatte einen Rücktritt abgelehnt, weil er über seine Stasi-Mitarbeit vor der DDR-Volkskammer berichtet habe und die Wähler damit über seine Vergangenheit informiert waren. Für die zurückgetretenen Abgeordneten rücken sieben Poltiker aus den Landtagswahlisten der Parteien nach. Die Überprüfung der Abgeordneten in den übrigen vier neuen Ländern durch die Behörde des Bonner Sonderbeauftragten für Stasi- Akten, Gauck, ist noch nicht abgeschlossen. Über die Ergebnisse sollen zunächst die Landtagspräsidenten informiert werden.

50.000 Menschen beteiligen sich bei taz zahl ich – weil unabhängiger, kritischer Journalismus in diesen Zeiten gebraucht wird. Weil es die taz braucht. Dafür möchten wir uns herzlich bedanken! Ihre Solidarität sorgt dafür, dass taz.de für alle frei zugänglich bleibt. Denn wir verstehen Journalismus nicht nur als Ware, sondern als öffentliches Gut. Zahlen muss niemand, aber guter Journalismus hat seinen Preis. Und immer mehr Leser*innen machen mit und entscheiden sich für eine freiwillige Unterstützung der taz! Dieser Schub trägt uns gemeinsam in die Zukunft. Denn wir suchen wir auch weiterhin Ihre Unterstützung. Setzen auch Sie jetzt ein Zeichen für kritischen Journalismus und unterstützen Sie die taz – schon ab 5 Euro. Jetzt unterstützen