: Schweizer Scharlatane
Ein öffentliches Versteckspiel der Bank UBS
Foto: reuters
Gerade erst hat die Bundesregierung im Rahmen ihres Reformpakets eine sogenannte Reichensteuer beschlossen, da schaltet die größte Bank der Schweiz, die UBS, eine ganzseitige Anzeige in der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Zu sehen ist eine malerische Stadtansicht von Zürich mit dem Fluss Limmat, den der Zürichsee speist, als ob sich ein großer Geldstrom in einen Geldspeicher ergösse.
„Wir denken, Stabilität und Sicherheit“, prangt mit falschem Komma über der Anzeige. Mitten im Text findet sich, zumindest in der Digitalausgabe, ein balkenfetter roter Link mit dem Hinweis: „Ihre Geldanlage ab 1 Mio.“
Eine Anzeige also nur für Millionäre oder diejenigen, die eine Mille übrig haben oder im Schwarzgeldtresor versteckt vor dem deutschen Fiskus. Und die Steuerbehörden werden die Anzeige aufmerksam lesen – vor allem das Kleingedruckte.
Denn wie bei allen windigen Geschäften ist das Kleingedruckte auch hier das Wichtigste. Deshalb haben die Winkeladvokaten der UBS in winzig kleiner Schrift etwas juristisch Ausgeklügeltes unter die Anzeige geschrieben: „Die Veröffentlichung stellt kein öffentliches Angebot im Sinne des deutschen Rechts dar. Sie wird ausschließlich zu Informationszwecken von UBS Europe SE mit Geschäftssitz Bockenheimer Landstraße 2–4, 60306 Frankfurt am Main, Deutschland herausgegeben.“
Die Veröffentlichung ist also nicht öffentlich und auch nicht von der ach so sicheren Schweizer Bank, sondern nur von ihrem deutschen Ableger herausgegeben. Sonst könnte man sie nämlich auch als Aufforderung zur Steuerhinterziehung verstehen, wenn jemand mehr als eine Million stillschweigend in die Schweiz transferiert. Aber da wird sich sicher ein klandestiner Weg finden, wie man die Penunzen am deutschen Fiskus vorbeischleust. Hauptsache, das Geld landet bei der UBS, ob in Deutschland oder der Schweiz, scheißegal.
Wenn all das viele Geld, das deutsche Millionäre wie Michael Schumacher in die Schweiz transferiert haben, dem Steuersäckel hierzulande zugutekäme, dann könnte von den Erlösen zum Beispiel der öffentliche Nahverkehr in Deutschland komplett umsonst sein. Aber davor sei die größte Schweizer Bank. UBS steht nicht umsonst für Unerträglich Bigotte Scharlatane.
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