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Schüsse an der innerdeutschen Grenze

■ Ende der Untersuchungen im Herbst

Die Staatsanwaltschaft will die Untersuchungen gegen die sieben noch lebenden Politbüromitglieder wegen der Schüsse an der innerdeutschen Grenze noch im Herbst dieses Jahres abschließen, sagte der Leitende Oberstaatsanwalt Christoph Schaefgen gestern. Es werde dabei der Frage nachgegangen, ob diese sich durch Handlungen oder Unterlassungen im Politbüro strafbar für die Schüsse oder Minen gemacht hätten.

Schaefgen nannte dabei ausdrücklich den letzten DDR-Staats- und Parteichef Egon Krenz, ferner Günter Schabowski, Kurt Hager und Erich Mückenberger. So sei auch der damalige DDR-Staats- und Parteichef Erich Honecker durch das Urteil des Bundesgerichtshofes (BGH) „postum zum Totschläger“ erklärt worden. Der BGH hatte geurteilt, daß die Mitglieder des Nationalen Verteidigungsrates nicht nur Anstifter, sondern Täter seien.

Die Staatsanwaltschaft führt derzeit über 1.200 Verfahren wegen der Schüsse an der Mauer. Bisher geht sie von 265 Menschen aus, die nachweislich an der innerdeutschen Grenze erschossen worden sind. Der Leiter der Arbeitsgemeinschaft 13. August, Rainer Hildebrandt, erklärte dagegen, daß durch das DDR-Grenzregime im weitesten Sinne insgesamt 807 Menschen zu Tode gekommen sind. Das hätten ergänzende Recherchen in Archiven, weitere Mitteilungen von Hinterbliebenen und Zeugen sowie Informationen aus Drittländern ergeben. Der letzte DDR-Bürger, der bei einem Fluchtversuch ums Leben kam, war Mario Poetsch, der bei dem Versuch, über die Donau in die Bundesrepublik zu flüchten, ertrunken ist. dpa

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