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■ Schöner LebenHau wech! Hau wech!!!

Was, um Himmels willen, kann man eigentlich noch tiefer hassen als weiße Unterhemden??? Weiße T-Shirts!!! Pest, Krieg, Dürren, Untergang des Abendlandes: Es gibt nichts, was man nicht leichten Sinnes dem weißen T-Shirt anhängen kann, seine Erfindung ist verheerender als die der weißen Socke. Kennen Sie Männer in weißen T-Shirts? Nicht? Sie müssen sehr glücklich sein; seit ich solche Männer kennengelernt habe, geht es mir schlecht. Mein Körper akkumuliert Speck als Rettungsring gegen das weiße T-Shirt, meine Haare ziehen sich panisch zurück. Ich habe Alpträume.

Die Menschheit, streng darwinistisch, entwickelte im Laufe der Jahrhunderte als Gegenentwurf zum weißen T-Shirt das Ringel- Shirt. Welche Farben! Welche Formen! Wie sich die Streifen auf korpulenten Körpern als Höhenlinien schlängeln! Ihr Ursprung liegt (vgl. ethymol. Verwandsch. Strafe/Streifen) im Gefängniswesen. Später saugten sie sich mit maritimem Weltschmerz voll. Hemden für die Ewigkeit.

Und jetzt verkünden die Mode-Auguren, das Ringel-Shirt sei out! Hunderttausende flattern im Schlußverkauf. Sie kennen meine Befürchtung! Helfen Sie! Volksentscheid, Umsturz, Tintenattentat: Alle Mittel sind mir recht!

Burkhard Straßmann

Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen