Schnellste Speedkletterin Deutschlands: Gegen die Zeit

Nuria Brockfeld hat bei den deutschen Meisterschaften einen Rekord aufgestellt. 15 Meter in knapp über acht Sekunden. Ihr nächstes Ziel ist Olympia.

Eine junge Frau in einem Klettergeschirr hält sich mit einer Hand an einem Griff fest und greift mit der anderen nach dem nächsten

Hat einen neuen Rekord aufgestellt: Nuria Brockfeld Foto: DAV

HAMBURG taz | Um eine 15 Meter hohe Wand mit fünf Grad Überhang zu erklimmen, braucht Nuria Brockfeld weniger als neun Sekunden. 8,183 Sekunden, um genau zu sein. Die 16-Jährige ist damit die schnellste Speedkletterin Deutschlands.

Anders als beim Bouldern, dem ungesicherten Klettern über weichen Matten, sind die Sportler*innen beim Klettern auf Zeit gesichert. Bei der deutschen Meisterschaft, die Anfang des Monats ohne Publikum in Hamburg ausgetragen wurde, gewann Brockfeld nicht nur den dritten Platz, sie stellte mit ihrer Zeit auch einen neuen deutschen Rekord auf. „Es war richtig cool. Ich habe alles erreicht, was ich mir vorgenommen hatte: Eine Medaille und einen neuen Rekord“, sagt die junge Sportlerin aus Osnabrück.

Bei einer Geburtstagsparty in der Boulderhalle ist sie mit zehn Jahren zum ersten Mal mit dem Klettern in Kontakt gekommen. Seitdem bouldert sie mehrmals in der Woche, das Speedklettern kam bald hinzu. Was ihr seit Corona am meisten fehlt: Die internationalen Wettkämpfe.

In Russland, wo Speedklettern deutlich verbreiteter ist als in Deutschland, gewann Brockfeld vor einem Jahr sogar die Europameisterschaft. Das nächste große Ziel: die Olympischen Spiele 2024. Dann wird Speedklettern zum ersten Mal eine eigene olympische Disziplin sein. Das Schwierigste sei es, beim Wettkampf den Fokus nicht zu verlieren, sagt Brockfeld: „Vor einem Wettkampf mache ich mir immer viel Stress, aber wenn ich dann da bin, gefällt mir der Druck.“

Konkurrentinnen und Freundinnen

Kurz vor ihrer Rekordleistung bei der deutschen Meisterschaft war die Schülerin im Halbfinale gegen Franziska Ritter ausgeschieden. Die ist jetzt nicht nur deutsche Meisterin, sondern außerdem schon lange Brockfelds beste Freundin.

Ein Problem sei das aber nicht, meint Brockfeld: „Zwischen uns herrscht kein Konkurrenzkampf. Wir feuern uns gegenseitig an.“ Mit einem ersten Platz Brockfeld wäre sie natürlich trotzdem noch glücklicher gewesen. Die 1.000 Euro Preisgeld hätte sie gerne für ihren Führerschein zurückgelegt.

Einmal zahlen
.

Fehler auf taz.de entdeckt?

Wir freuen uns über eine Mail an fehlerhinweis@taz.de!

Inhaltliches Feedback?

Gerne als Leser*innenkommentar unter dem Text auf taz.de oder über das Kontaktformular.

Bitte registrieren Sie sich und halten Sie sich an unsere Netiquette.

Haben Sie Probleme beim Kommentieren oder Registrieren?

Dann mailen Sie uns bitte an kommune@taz.de