piwik no script img

Schlechte Nachrichten aus Europa

■ EG-Minister verschärfen ihre Asylpolitik

Kopenhagen (AFP/taz) – Gleich zu Beginn ihres zweitägigen Treffens in Kopenhagen haben die EG-Innenminister Erschwernisse für Kriegsflüchtlinge aus dem ehemaligen Jugoslawien beschlossen. Demnach sollen aus Internierungslager Freigelassene, Vergewaltigungsopfer, Verwundete und Flüchtlinge aus den Kampfzonen selbst ein zeitlich begrenztes Bleiberecht erhalten. Die Aufnahme von Familienmitgliedern dieser Menschen bleibt aber „außergewöhnlichen Umständen“ vorbehalten. Die EG-Beauftragte des UN-Flüchtlingswerks (UNHCR), Luise Druke, bezeichnete diese Einschränkung als besorgniserregend und die Zusammenführung mit ihren nächsten Familienangehörigen für Flüchtlinge als ein Grundrecht. Bereits in der Vergangenheit seien Schutz- und Hilfsbedürftige im Krisengebiet geblieben, weil sie nicht von ihren Familien getrennt werden wollten, sagte Frau Druke. Das Bleiberecht durch die EG-Innenminister wird außerdem ausdrücklich beschränkt. Ziel bleibe es, daß die betroffenen Personen „in eine Region Ex-Jugoslawiens zurückkehren müssen, sobald die Lage in der Region dies ohne Gefährdung zuläßt“, so die Resolution. Es wird kaum jemanden überraschen, daß für das schöne Ziel eines „Europas ohne Grenzen“ die EG-Innenminister nicht nur die Restriktion des Asylrechts, sondern auch die Einrichtung einer Europa-Polizei für nötig halten. Die Bildung von „Europol“ wurde also am Mittwoch beschlossen.

Der drohende Erfolg der AfD bei den kommenden Landtagswahlen zeigt, wie stark rechtsextreme Kräfte inzwischen geworden sind. Gerade jetzt braucht es Zusammenhalt und Solidarität. Auch und vor allem mit den Menschen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit "Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen