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Schlangenbeschwörer

London (dpa) – Die Warteschlangen an Londons Bushaltestellen dürfen sich bald in chaotisches Gedrängel auflösen. Das disziplinierte Anstehen geht tatsächlich auf eine Vorschrift von London Transport, der Betreibergesellschaft der roten Doppeldeckerbusse in der britischen Hauptstadt, zurück: Seit 1938 konnte Vordrängeln mit bis zu zwei Pfund (fünf Mark) Bußgeld geahndet werden. Bei Durchforstung der Verkehrsregeln wurde diese jetzt als „überflüssig“ eingestuft.

„Das wird nicht mehr gebraucht“, bestätigte ein Sprecher am Mittwoch auf Anfrage. Es sei sowieso nie jemand fürs Drängeln belangt worden. Bei der Verkehrsgesellschaft kann sich außerdem fast niemand mehr erinnern, warum die Vorschrift überhaupt eingeführt wurde: vielleicht um in der Vorkriegszeit – mit landesweit nur drei Millionen Autos – die Massen der Busfahrer besser kanalisieren zu können.

Befürchtungen über drohendes Chaos ohne das „Warten in Schlangen in ordentlicher Manier“ werden von dem London-Transport-Sprecher nicht geteilt: „Die Briten stehen sowieso Schlange.“ Das sei schon lange in Fleisch und Blut übergegangen.

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