: Saubere Söder-Idee
Länderfinanzausgleich gegen Radikale
Das muss man Markus Söder lassen: Zum ersten und wahrscheinlich einzigen Mal im Leben hat er eine gute Idee, nämlich die Extremistenklausel im Länderfinanzausgleich. Kommt eine AfD-Regierung in Sachsen-Anhalt oder eine Linken-Regierung in Berlin, dann wird der Zuschuss dieser Nehmerländer im Finanzausgleich der Bundesländer gekürzt. Warum soll man auch Radikalen die sauerverdienten Penunzen hart arbeitender Bayern hinterherwerfen? So Söder. Ist was dran. Nur, warum hatten wir die Idee nicht schon viel früher – zum Beispiel 1978. Da wurde das Söder-Vorbild Franz Josef Strauß Ministerpräsident des Nehmerlands Bayern, das seit 1950 und bis 1986 vom größten Geberland Nordrhein-Westfalen jahrzehntelang alimentiert wurde, selbst von 1978 an, als der bayerische Radikale Strauß Andersdenkende als „Ratten und Schmeißfliegen“ beschimpfte und damit eindeutig in der Tradition nationalsozialistischer Entmenschlichung durch Sprache stand. Da hätte doch Nordrhein-Westfalen auf die saubere Söder-Idee kommen können, den Länderfinanzausgleich als Druckmittel gegen Radikalismus zu benutzen. Schön blöd, dieses gutmütige NRW.
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