: Saga-Akten müssen geschwärzt werden
Rückendeckung für Saga, Sprinkenhof AG und Senat. Hamburgs Datenschutzbeauftragter Hans-Hermann Schrader bestätigte gestern deren Auffassung, daß Vermietungsakten über stadteigene Wohnungen zunächst nur in anonymisierter Form dem Saga-Untersuchungsausschuß der Bürgerschaft übergeben werden dürfen.
Schrader widersprach damit der Rechtsauffassung der drei Oppositionsparteien, die die sofortige Herausgabe der Mieternamen gestern abend mit einem Antrag auf richterliche Beschlagnahme durchsetzen wollten (die Sitzung dauerte bei Redaktionsschluß an).
Der Datenschutzbeauftragte geht davon aus, daß die Namen einzelner Mieter erst preisgegeben werden dürfen, wenn sich aus den übrigen Unterlagen „Anhaltspunkte für Unregelmäßigkeiten oder Mißstände ergeben“. Auch eine richterliche Beschlagnahme könne dem nicht entgegenstehen. Im Gegenteil. Das Amtsgericht dürfe die Akten nach einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts zunächst nur geschwärzt an den Untersuchungsausschuß weitergeben.
Schrader beruft sich auf eine Entscheidung, die das des oberste deutsche Gericht im Zusammenhang mit dem Neue-Heimat-Untersuchungsausschuß getroffen hatte. Damals hätten Amts- und Landgericht entschieden, daß die Akten ungeschwärzt weitergegeben werden müssen. Diese Entscheidung wurde aber nach dem Urteil des Verfassungsgerichts revidiert.
Der parlamentarische Untersuchungsausschuß soll unter anderem klären, ob Saga und Sprinkenhof AG bei der Vergabe von stadteigenen Wohnungen eigene Mitarbeiter oder SPD-Mitglieder begünstigt haben. uex
Die taz schreibt, redet und diskutiert für Pluralismus und eine freie, offene Gesellschaft – besonders jetzt, wo der Rechtsextremismus weiter erstarkt und demokratische Institutionen angreift. Dort wo rechtsextreme Kräfte an Zustimmung gewinnen, wächst auch die Befürchtung vor zunehmenden Angriffen und Diffamierungen gegen Gegner*innen extrem rechter Politik. Besonders selbstverwaltete Orte spüren diesen Druck, dabei brauchen wir gerade jetzt Orte der Kritik, (Sub)Kultur und der Solidarität. Gerade jetzt müssen wir zusammenhalten und uns solidarisch mit denjenigen zeigen, die sich vor Ort für eine starke Zivilgesellschaft einsetzen. Die taz kooperiert deshalb mit „Alles beginnt im Zentrum". Die Kampagne unterstützt bundesweit linke, selbstverwaltete Orte und baut einen solidarischen Fonds für deren Schutz und Erhalt auf. Eine offene Gesellschaft braucht guten, frei zugänglichen Journalismus – und zivilgesellschaftliches Engagement. Finden Sie auch? Dann machen Sie mit und unterstützen Sie unsere Aktion. Jetzt unterstützen